Der nächste Supermarktbesuch kann kommen – mit völlig neuem Fahrgefühl…

Nein, ich habe diesen noch nicht hinter mir, bin aber immerhin recht gewappnet, was An- und Abfahrt – Fahrt generell – anbelangt. Der nächste Supermarktbesuch zu dritt steht noch bevor – kann aber kommen.

Silvester habe ich bei meinen Eltern verbracht, und das war nett. Ich hatte eigens einen Nudelsalat angefertigt und zum Kaffee einen Gewürzkuchen gebacken. Ersteren gab es abends zusammen mit anderen Speisen, von meiner Mutter zubereitet, und beiden Elternteilen schmeckte der Salat. Auch der Kuchen zuvor.

Am Neujahrsmorgen zum Frühstück sagte mein Vater: „Ali – eine Bitte habe ich an dich…“ Ich bin mit derlei Ansprachen von klein auf vertraut – meist verbirgt sich wenig Erfreuliches dahinter. 😉 Und so sagte ich: „Ja? Was? Nur heraus damit.“

Es stellte sich heraus, dass man vorgesehen hatte, dass ich eine Probefahrt mit dem recht großen Wagen meiner Eltern absolvieren sollte. Tapfer sagte ich: „Gut. Ich mache mich nur eben fertig – bevor der Wagen mich fertigmacht.“ Denn er ist um einiges größer als der kleine Monty.

Meine Devise ist ja immer: Schnell machen, bevor sich Angstgefühle oder sonstige Hemmungen einstellen. 😉 Und so war ich nur etwa zehn Minuten später abfahrbereit. Nervöses Reizdarm-Syndrom, das ich eigentlich nur von meinen früheren Reitstunden kannte, inklusive. Allerdings ist das sofort beendet, sobald man im Sattel sitzt – das würde hier sicher genauso sein. 😉 Aus der Garage herausfahren musste mein Vater das Wunderwerk der Technik allerdings selber. Es ist wirklich breit, und die Garage wirkt so schmal…

Dann setzte ich mich auf den Fahrersitz – o Gott, wie groß war das Monster denn! Kein Vergleich zu meinem kleinen Fiesta! Aber es musste sein, und so stellte ich rasch Sitz, Spiegel und Lenkrad ein.

Mein Vater hatte den Motor abgestellt, und schon erklärte er mir: „Hier ist der Startbutton, und da das ein Automatikwagen ist, musst du…“ – „Jaaa – auf die Bremse treten und dann von P auf R schalten, weil wir ja zurücksetzen müssen. Dann, wenn wir auf der Straße stehen, auf die Bremse treten und auf D schalten… Papa, ich kann mit Automatikwagen hervorragend umgehen! Mir graut eher vor den größeren Dimensionen! Das ist ja hier wie im Ballsaal im Vergleich zur Abstellkammer, die mein Auto darstellt!“ Mein Vater lachte.

Mit Todesverachtung trat ich das Bremspedal durch und drückte den Startknopf – der Motor startete mit einem tiefen Brummen. Rasch drehte ich meinen Kopf wackeldackelmäßig in Richtung sämtlicher Spiegel, in die ich hineinstarrte, als gäbe es Geld dafür, dann über meine Schulter – hinter uns kam keiner. Klar. Neujahrsmorgen – alle anderen schliefen sicher noch ihren Rausch aus, während ich eine Hemmschwelle abbauen musste. Wer mich kennt, kennt auch mein Verhältnis zum Autofahren. Mit „Monty“ fahre ich gern, aber jedwede Umstellung hinsichtlich des Fahrzeugs kostet erneut Überwindung. 😉

Da die Straße völlig unbelebt war, setzte ich mutig in einer geschmeidigen Kurve zurück, denn neben der Garageneinfahrt meiner Eltern hatte ein Nachbar einen Teil seines „Fuhrparks“ abgestellt. Klappte doch alles prima! Und schon trat ich erneut aufs Bremspedal und setzte den Wählhebel auf D wie „Drive“. Und schon fuhren wir los.

Wir fuhren etliche Kilometer und durch die mehr oder minder nähere Umgebung des Wohnortes meiner Eltern. Einparken musste ich auch noch – diese Fähigkeit braucht man bei Supermarktbesuchen besonders. 😉

Zurück waren wir, als das Mittagessen fertig war. Und nachdem wir gegessen hatten, sagte ich todesmutig, offenbar angefixt, da ich sehr gern mit Automatikwagen fahre: „Nach dem Mittagessen können wir, wenn ihr wollt, noch einmal zu dritt losfahren!“ Huch! Was war mit mir los? Kaum nach Jahren mal wieder mit einer Getriebeautomatik umgegangen, war ich bereits süchtig?

Meine Eltern waren ratz-fatz in ihren Straßenschuhen und -klamotten! Es war fast unheimlich. Aber – wie schon erwähnt – sie kommen, seit sie selber nicht mehr fahren können, nur noch selten wirklich mal vor die Haustür. Zumindest nicht weiter als bis zu dem kleinen Supermarkt, den sie mit Rollator auch noch erreichen können.

Und schon fuhren wir los und über Land – davon gibt es in der Umgebung meines Elternhauses eine ganze Menge. Orte, in denen ich seit meiner Kindheit kaum noch gewesen war. 😉 Und es machte richtig Spaß! Auch wenn ich manchmal erschrak, wenn ich auf den schmalen Alleen in beide Außenspiegel sah und zwischen Wagen und Fahrbahnmarkierungen zur Rechten und zur Linken nur so wenig Platz war – ganz anders als bei meinem im Vergleich putzigen Schaltwagen. „Einfach fahren, nicht gucken!“ dachte ich, und so klappte alles prima. Wie gesagt: Was Autofahren anbelangt, bin ich leider durch sehr unglückliche Umstände, an denen mich keinerlei Schuld traf, vorbelastet.

Wir fuhren so lange, und es gefiel mir so gut, dass ich am liebsten danach den kleinen Monty in die Garage meiner Eltern gefahren hätte und mit ihrem Wagen zurück an meinen Wohnort gefahren wäre. 😉 Ich muss ohnehin diese Woche wieder nach D., da meine Eltern einkaufen müssen. Aber irgendwie hängen meine Eltern so sehr an ihrem Wagen, dass sie ihn nah bei sich wissen wollen. An meiner Fahrweise kann es unmöglich gelegen haben, denn es war wirklich prima. Ich hätte ihnen nur nicht von meiner Stellplatznachbarin in G. erzählen sollen, die oft nur wenig Platz lässt… 😉

Auf der Heimfahrt bockte der kleine Monty einmal – ob er eifersüchtig war? 😉 Fast hätte ich gesagt: „Du weißt doch, dass ich dich niemals abgeben oder eintauschen würde!“ Zum Glück verkniff ich es mir noch – das ist ein Auto! 😉

Immerhin bin ich nun aber für die nächste Supermarktfahrt gewappnet. Hoffentlich bekommen wir einen Rand-Parkplatz… 😉

Euch ein frohes neues Jahr! 😊

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