„Nach ‚müde‘ kommt ‚doof’“ ;-)

Kennt ihr das auch? Ihr habt nachts nicht oder kaum geschlafen oder sogar länger eine echte Phase von Schlafstörung, und dann macht ihr Sachen, die ihr selber nur in das Reich des Unmöglichen, zumindest aber Peinlichen, verweisen möchtet?

Ich bin morgens todmüde schon mit unterschiedlichen Socken aus dem Haus gegangen – einmal sogar mit unterschiedlichen Stiefeln, der eine schwarz, der andere dunkelblau, aber doch recht unterschiedlich von der Art her. Letzteres fiel mir zum Glück noch im Garagenhof auf…

Unterschiedliche Ohrringe gab es auch schon – der eine lang und glitzernd, der andere kürzer und im direkten Vergleich eher asketisch anmutend. Neulich wäre ich fast mit nur durch den Fön vorgetrockneten Haaren aus dem Haus gegangen. Dafür aber immerhin mit Make-up versehen. 😉

Meine Kontaktlinsen habe ich auch schon ab und an seitenverkehrt eingesetzt, die damit einhergehenden „Sehstörungen“ jedoch auf die Frühe des Tages geschoben. Ich bin kein und werde nie ein Morgenmensch werden. 😉

In Zeiten coronabedingter „Wechselschichten“ – an einem Tag Büro-, am nächsten Home-Office-Schicht, und so fort, auf dass immer nur eine Mitarbeiterin pro Büro sitze – bin ich inzwischen eine begeisterte und geübte, sehr zügige U-Turn-Fahrerin, denn seit ich über einen Dienst-Laptop verfüge, musste ich schon mehrfach kurz vor Ankunft beim Arbeitgeber sehr zünftig die eine oder andere „Haarnadelkurve“ fahren, um den vorbildlich in seiner Tasche verstauten Laptop in Windeseile von zu Hause abzuholen, wo er, in der Wohnung neben der Wohnungstür stehend und seiner Bestimmung im Büro harrend, brav wartete. Was hätte er auch sonst tun sollen? Er ist ja kein Hund oder sonstig belebtes Wesen, sondern handelt stets nur nach Vorgabe. Wenn jedoch die „Vorgeberin“ ihrerseits bisweilen morgens wenig belebt ist, überzeugt er letzten Endes nurmehr durch seine naturgegebene Besonnenheit, während die „Vorgeberin“ mit hängender Zunge die Treppen hoch hechtet, das unverzichtbare Gerät zu holen. Denn im Büro gibt es keinen PC mehr, sondern nur eine Docking Station, an die der unermüdliche Laptop anzuschließen ist. Doof, wenn er die Fahrt zur Arbeit nicht mitgemacht hat… 😉 Mehrfach bin ich in der letzten Zeit fluchend auf gefühlt zwei Rädern und zu spät bei der Arbeit und dann mit hängender Zunge im Büro angelangt.

Heute früh erwachte ich kurz vor 7 im Glauben, es wäre Home-Office-Schicht. Bis halb 8 lag ich auch noch entspannt im Bett, aber gegen fünf nach halb schoss mir durch den Kopf, dass ich ins Büro müsse. Hui! So schnell war ich zuvor nur selten aus dem Bett geschnellt und kam dann doch ein bisschen zu spät. Aber ich betrat das B-Gebäude so rasch, dass der Pförtner, mit dem ich mich seit kurzer Zeit duze und der rasch draußen eine Zigarette rauchen wollte und mir entgegenkam, rief: „Holla, Alilein – so schnell unterwegs? Sind wir etwa etwas spät dran?“ Ich rief: „Der einzige Mensch, der mich ‚Alilein‘ nennt, ist mein Vater – das ist ja eine nette Begrüßung! Ja, ich bin auch spät dran – wie öfter mal!“ Der Pförtner lachte und meinte: „War nett gemeint!“ – „Habe ich auch so verstanden! Bis später mal!“ Und schon stochte ich gen Büro. Dort kramte ich umständlich meinen Haustürschlüssel aus der Tasche, bis mir auffiel, dass ich hier einen Transponder brauchte. Glücklicherweise hängt der – wie in dieser Abteilung üblich – immer an einer Gürtelschlaufe meiner Jeans, und so kam ich ohne Probleme ins Büro. Der Arbeitstag ließ sich dann trotzdem stressig an…

Immerhin bin ich noch vergleichsweise harmlos, selbst wenn ich morgens noch nicht so ganz wach bin. Eine Bekannte, Hundebesitzerin, ist mal morgens sehr müde mit dem Hund Gassi gegangen. Zumindest glaubte sie das. Sie ist wohl einfach losgelaufen und hat dann an einer Stelle haltgemacht, wo der Hund gern herumschnupperte. Und sie wartete, auf dass das Tier damit fertig werde. Und wartete. Irgendwann, als nichts passierte, fiel ihr auch auf, dass kein Tier vor Ort war. Den Hund hatte sie zu Hause vergessen… 😉 „Ali, du kannst dir nicht vorstellen, wie vorwurfsvoll Charlie mich anstarrte, als ich zu Hause die Tür aufschloss! Er saß schon dahinter und war ein einziger Vorwurf! Aber er ist wirklich vorbildlich – er hatte, obwohl er ja wohl musste, nicht unter sich gelassen. Aber als wir dann beide loszogen, ist er gleich im ersten Busch verschwunden.“ 😊 Armer Charlie! Manchmal frage ich mich, was Tiere wohl denken, wenn sie ihre Halter völlig „durch“ erleben. Offenbar sind die meisten nachsichtig und denken sich einfach ihren Teil. 😉

Eine andere Bekannte hatte mal im Zuge eines Großeinkaufs mit Kleinkind das Kind im Supermarkt vergessen, und es war ihr erst zu Hause aufgefallen, weil alles so ruhig war. Die ist dann auf zwei Rädern mit dem Auto gen Supermarkt gerast! „Eine Frau rannte ganz hektisch mit ihm auf dem Arm herum und hätte mich am liebsten massakriert, als ich in den Supermarkt geschossen kam. Zum Glück war da diese Kassiererin, die meinte, ihr sei das auch schon einmal passiert und ich keine Rabenmutter!“

Ich selber bin damals in Aachen, schon berufstätig, mal morgens zu Tode erschrocken, als ich erwachte und auf meinen Wecker starrte: viel zu spät! Und schon hechtete ich aus dem Bett, duschte und machte mich für die Arbeit fertig und alltagspräsentabel. Und dann schoss ich aus Wohnung und Haus und rannte gen Bushaltestelle…

Wo blieb dieser verdammte Bus?! Er kam und kam nicht, aber ich war ja gut zu Fuß, und so stochte ich los. Unterwegs wunderte ich mich zwar ein wenig, warum kaum jemand unterwegs war, aber das Adrenalin hatte die Oberhand, und erst, als ich fast am RWTH-Institut, in dem ich arbeitete, angelangt war, fingen die Kirchenglocken zu läuten an… Es war Sonntag…

Immerhin habe ich so einen schönen Morgenspaziergang gehabt. Eindeutig besser, als das Kaffeepulver ohne Filtertüte in die Maschine zu geben – bah! Auch schon passiert. Oder die Kanne nicht richtig untergestellt – Kaffee in der ganzen Küche… Mit der Kleintier-Transportbox frühmorgens zum Tierarzt gefahren, während der vermeintliche Insasse zu Hause fröhlich an seinem Heu mümmelte und sich sicherlich wunderte, warum seine verhasste Transportbox mitsamt Halterin, die sich nicht einmal über das viel zu geringe Gewicht der Box wunderte, dafür aber halbgeschlossene Augen hatte, so überstürzt die Wohnung verließ… 😉

Das Handy in den Kühlschrank gelegt, warum auch immer, und kein anderes Telefon zur Hand, das Handy anzurufen. Die Brille gesucht, die sich dann nach einem viele Minuten andauernden, hektischen „Suchlauf“ durch die Wohnung ganz profan auf der ureigenen Nase befand und sich nicht einmal gewundert, dass die Sicht so gut war, obwohl man kreuzkurzsichtig ist…

Den Autoschlüssel auf ähnliche Weise gesucht, bis man feststellte, er steckte die ganze Zeit in der linken Jackentasche… In der Jacke, die die Suchende schon trug und am Leibe hatte… Grauenhaft!

Ist euch so etwas auch schon passiert, oder bin ich die einzig wurschtige Person, der so etwas schon öfter widerfahren ist? 😉

Den Wecker für morgen habe ich schon gestellt – das ist wohl auch besser so. Denn: „Nach doll kommt ab“ – und „nach müde kommt doof“.😉

Wohl doch ganz gut, dass ich keine Kinder habe, denn mit einer morgens derart zerstreuten Mutter wären die ja völlig traumatisiert! 😉

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