„Wie das Schwein ins Uhrwerk“

Vor zwei Tagen hatte ich meine zweite Impfung mit BioNTech, und es ging erheblich schneller als bei der Erstimpfung. Mein Zweittermin war um 15 Uhr, aber ich war schon um 14:45 Uhr da und um 14:53 Uhr bereits geimpft.

Und nach den obligatorischen fünfzehn Minuten in der Beobachtungszone – zufällig war meine Lieblingskollegin Cindy Blech auch gerade anwesend – WTF! -, aber wir unterhielten uns wie zivilisierte Menschen, ja, sogar so, als würden wir einander mögen! – sauste ich zum Check-Out, checkte aus und machte mich vom Acker. Es ging mir blendend, aber ich fuhr doch lieber noch zum nächstgelegenen Supermarkt, denn meine Kollegin Saskia, vor mir zweifachgeimpft, hatte darauf hingewiesen, dass es ratsam sei, sich mit leicht zuzubereitenden Lebensmitteln und Getränken einzudecken. Und so kaufte ich für alle Fälle ein Sixpack Mineralwasser und Convenience Food, was ich ohne Not niemals gekauft hätte. Und schon sauste ich nach Hause.

Dort geschah: nichts. Nicht einmal mein linker Arm wollte wehtun! Stundenlang keine Änderung – offenbar war ich unverwundbar. Zwischenzeitlich wechselte ich noch Whatsapp-Nachrichten mit einer früheren Kollegin, deren Sarkasmus ich immer geschätzt habe und die von mir wissen wollte, welche Impfreaktionen ich inzwischen feststellen konnte. Leider konnte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht mit derlei Info dienen.

Doch hier: Auch am nächsten Tag ging es mir blendend, mal abgesehen vom schmerzenden linken „Impfarm“. Mal abgesehen davon, dass ich, als ich am Abend zuvor ins Bett gegangen war, ganz spontan unter einer blutdruckbedingten „Panikattacke“ zu leiden gehabt hatte. War aber kein Problem – ich kann mit so etwas umgehen, und man muss dann einfach ein bisschen herumlaufen. Danach habe ich hervorragend geschlafen.

Am nächsten Morgen auch alles okay, Home-Office-Arbeit lief hervorragend.

Exakt bis 12:30 h. Denn da kam der „Mann mit dem Baseballschläger“. Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und später auch Fieber waren die Folgen, und die Dinge hinsichtlich meiner Arbeit, die ich „mal eben rasch“ hatte machen wollen, gestalteten sich so, dass ich darauf starrte „wie das Schwein ins Uhrwerk“, wie meine liebenswerte Kollegin Johanna, die an einer Hochschule in Thüringen ihr Werk tut, immer sagt. Es scheint sich um eine regionale Redensart zu handeln, denn als sie das das erste Mal sagte, lachte ich schallend. Sie fragte, ob ich das nicht kenne, und ich sagte: „Nein, das nicht. Aber etwas Ähnliches, und da ist auch ein Tier involviert. Vermutlich ist diese Redensart auch nicht weit von dir entfernt entstanden, denn ich kenne sie aus Franken. Da heißt es: „wie der Ochse vor dem neuen Scheunentor stehen“. Das bedeutet das Gleiche: völlig überfordert sein.“ Wir lachten beide und freuten uns, dass sowohl Thüringer, als auch Frankenstämmige ähnlich geartete Redewendungen benutzen.

Hinzu kommt, dass wir beide im gleichen Bereich arbeiten – und da ist es immer gut, wenn gelacht wird. Nicht, weil unser Bereich so schlimm wäre. Ganz im Gegenteil – der ist spannend und macht meist Spaß. Nur, weil es so oft so viele neue Regelungen gibt – manchmal überschlagen sie sich nahezu. Und da ist es immer gut, wenn man eine Johanna – oder vice versa eine Ali – bei der Hand hat. Und wenn man sich dann noch gut versteht, ist es umso besser. Johanna und ich haben auch schon telefoniert, wenn es uns privat nicht so gut ging – das ist das Beste, was passieren kann. 😉

Mir ging es trotz allem gestern gar nicht so gut. Und ich hatte so viel zu tun – ich habe aber doch alles geschafft, was ich hatte schaffen müssen. Gut – zwischendurch hatte ich wie das Schwein ins Uhrwerk gestarrt und wie der Ochse vor dem neuen Scheunentor gestanden, aber es ging doch alles gut aus. 😉

Und heute ging es mir blendend. Ich hatte nicht einmal Nasenbluten – davon hatte ich nun schon mehrfach als Impfreaktion gehört. Bei mir bis dato noch nicht aufgetreten. 😉 Keine Sorge, Janine – bis auf galoppierenden Blutdruck, Kopf- und Gliederschmerzen bzw. Fieber alles im grünen Bereich. 😉

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