Prüfung bestanden! :-)

Gestern musste der kleine Monty, mein heißgeliebter kleiner Ford Fiesta, erstmalig zum TÜV. Drei Jahre alt ist er nur, und doch war ich etwas aufgeregt. Wusste der Henker, ob ich ihm nicht Schaden zugefügt hatte in diesen drei Jahren … Schäden, die nun unweigerlich zutage treten würden. 😉

Vorgestern fuhr ich ihn noch durch die Waschstraße, denn er sah verboten aus. Das wechselnde Wetter sowie infolgedessen frühzeitig ausgeklinkte Birkenpollen hatten ihre Spuren hinterlassen, und speziell an den Flanken bzw. Kotflügeln sah er grauenhaft aus. Fast so, als wäre er in eine Jauchegrube gefallen. So konnte ich unmöglich damit in die Werkstatt, befand ich, obwohl ich diesbezüglich ansonsten recht schmerzfrei bin.

Aber weiß man, ob sich TÜV-Prüfer nicht doch ganz unwillkürlich durch die bloße Optik eines Gefährts beeinflussen lassen? 😉

Und so leerte ich nicht nur meinen Kofferraum, sondern spendierte meinem Wagen auch noch eine Premium-Wäsche mit Triple-Pflegeschaum, nachdem ich mit Mühe die Antenne vom Dach abmontiert hatte. Ich bin sogar für meinen kleinen Fiesta eindeutig zu klein bzw. habe zu kurze Arme und werde künftig wohl eine Fußbank in den Kofferraum packen müssen … 😉 Wie gut, dass ich kein SUV-Fan bin und mir solcherlei Gefährt nicht leisten kann – da wäre wohl ein Kran für mich vonnöten …

Gestern früh, viel früher als sonst, verließ ich das Haus und fuhr gen Vertragswerkstatt. Dort parkte ich schwungvoll ein (zum Glück waren viel mehr Stellplätze als sonst frei) und gab nicht nur Fahrzeugschein und Schlüssel, sondern auch die gesamte Verantwortung für mein KFZ ab. Am Vortag hatte ich noch sämtliche Beleuchtungselemente getestet – funktionierte alles. Die Handbremse desgleichen. Ich prüfte alles, was ich selber prüfen konnte. Ich hasse Prüfungen wie die Pest – und das offenbar auch, wenn sie nicht mich selber, sondern von mir abhängige unbelebte Gegenstände betreffen. Und auch belebte „Objekte“, denn mir graute vor jedem Tierarztbesuch, den ich mit meinen bisherigen Tieren absolvieren musste, jedes Mal: Würden mir gleich die Ohren abgerissen werden, weil ich mit den mir anvertrauten Wesen etwas falsch gemacht hatte? Ein Grund dazu war wohl nie vorhanden. Im Gegenteil: Ich wurde stets gelobt, und mein ehemaliger Tierarzt bemerkte stets, dass meine Tiere mir sehr am Herzen lagen und mir darob vertrauten. Aber irgendwie sitzt das wohl drin. Das Gefühl, nicht hinreichend Sorge getragen zu haben, dass es allen gut gehe. Und das trotz gegenteiliger Urteile. Woran mag es liegen? 😉

Nach Abgabe des Fahrzeugs und Aufgabe jeglicher Verantwortung fuhr ich mit Bussen und Bahnen zur Arbeit, wo ich meinen Aufgaben nachkam. Der Herr in der Werkstatt, der mein Auto, Fahrzeugschein und Schlüssel an sich genommen hatte, hatte mir zugesagt, selber angeboten, mich anzurufen, sobald der Wagen „fertig“ sei. Allein, es erging kein Anruf. Und obwohl es absolut unwahrscheinlich war, dass ein drei Jahre altes Auto den TÜV nicht überstanden habe, wurde ich nervös. Diese ewigen Selbstzweifel! Woher kommt das nur? 😉

Und vor meinem geistigen Auge – einem sehr, sehr lebhaften solchen! – entspann sich folgendes Szenario: Ali fährt mit dem 42er Bus, der direkt bei ihrem Arbeitgeber abfährt und quasi vor der Werkstatt eine seiner Haltestellen hat, um 16:23 h los und kommt fast fahrplanmäßig – Verspätungen sind an der Tagesordnung und müssen einkalkuliert werden – an der Werkstatt an. Betritt den Verkaufsraum, und sogleich springen zwei besonders belastbare und kräftige männliche Mitarbeiter auf, rennen auf sie zu, packen sie an den Armen und reden beruhigend auf sie ein, während sie sie zu einer Sitzgruppe führen: „Liebe Frau B. – wie geht es Ihnen? Kommen Sie, setzen Sie sich erst einmal hin. Möchten Sie ein Wasser? Oder lieber gleich einen Schnaps?“ Und dann rücken sie mit der grauenhaften Nachricht heraus: „Sorry, aber Ihr Auto ist außerplanmäßig von der Hebebühne gestürzt.“ Oder: „Es kommt wohl so ein bisschen und einiges auf Sie zu: Wir konnten uns auch nicht erklären, warum ein gerade einmal drei Jahre altes Fahrzeug so viele Schäden habe! Zum Glück ist ja noch Garantie darauf. Aber mal im Ernst, Frau B.: Wo haben Sie Ihren Führerschein gemacht?“

Derlei Dinge hielten sich in meinem stets misstrauischen Hinterkopf auf, als ich bei der Arbeit saß … Und um 16:23 h, als der Bus total pünktlich losfuhr, saß ich gespannt wie ein Flitzebogen auf meinem Sitz. Ich hätte ja zuvor in der Werkstatt anrufen können, wollte aber nicht wie eine Helikopter-PKW-Mami wirken. Und man lässt sich ja doch gern überraschen.

Als ich den Verkaufsraum betrat, stürmten zwei Männer auf mich zu. Einer davon der Werkstatt-Mitarbeiter, dem ich die Verantwortung für mein KFZ übergeben hatte, Stunden zuvor. Den anderen kannte ich nicht, aber sicherlich würden sie mich gleich bei den Armen packen und zur Leder-Sitzgruppe geleiten …

Doch sie liefen an mir vorbei, während ich schon den Kopf senkte, wobei der Werkstatt-Mitarbeiter mir noch fröhlich zuwinkte! Sollte mehr oder minder unerwartet doch alles in Ordnung sein? Die kleine Bedenkenträgerin vermochte es kaum zu glauben. 😉

Aber sie bekam kurz darauf ihren Autoschlüssel und Fahrzeugschein ausgehändigt, nachdem sie die Rechnung beglichen hatte, ebenso das „Zeugnis“ von der DEKRA und die Bescheinigung über die AU. Im Fahrzeugschein prangte ein Stempel: Nächste HU: April 2021. (Und am Hintern bzw. auf dem hinteren Nummernschild des kleinen Monty eine gelbe Plakette – weit hübscher als das orangebraune Ding zuvor.)

Ja. Eigentlich war es zu erwarten gewesen und mehr als wahrscheinlich. Aber kleine Bedenkenträger tragen halt Bedenken und haben oft ein schlechtes Gefühl. 😉

Immerhin hatte es einen Mangel gegeben, wie im DEKRA-Protokoll steht: „Feststellbremse Betätigungseinrichtung Hebelweg/Pedalweg zu groß“. Es steht aber auch drin, dass dieser Mangel zwar um 08:27 h festgestellt worden, jedoch um 08:39 h schon behoben war. Cool.

Ich gebe zu, ich starrte auf diesen völlig unerwarteten Mangel und verstand diese bürokratische Sprache zunächst nicht. Nicht beim ersten Lesen. Beim zweiten Lesen dann schon: „Ach, die Handbremse! War wohl zu durchlässig. Na, gut, ist ja behoben.“

Dann fuhr ich vom Hof und zum Einkaufen. Mein Wagen war auf dem Werkstattgelände mit gelöster Handbremse geparkt gewesen, nur mit eingelegtem Rückwärtsgang. So merkte ich zunächst gar nicht, was sich nun geändert habe. Erst als ich auf dem riesigen Parkplatz des Einkaufsmarktes meiner Wahl parkte und die Hand-, Verzeihung: Feststellbremse, betätigte, merkte ich den Unterschied deutlich. Sehr, sehr deutlich, und mein rechter Arm nebst Schulter und Impingement-Syndrom bedanken sich sehr herzlich: Die Feststellbremse reagierte, als wäre sie einbetoniert und war extrem schwer zu betätigen. So schwer, dass ich am liebsten zur Werkstatt zurückgefahren wäre, um anzufragen, was der Unsinn solle! 😉

So schwergängig und „straff“ war diese Bremse selbst kurz nach dem Kauf des damaligen Neuwagens nicht! So straff, dass ich wünschte, mein Hintern würde es ihr gleichtun! 😉

Aber bald. Denn ich faste in Intervallen und betätige mich sportlicher als sonst. Mein neuestes Motto: „Sei wie deine Feststellbremse! Es muss im Grunde nur der Hebelweg verringert werden!“ 😉

Euch schon einmal frohe Ostern und schöne Feiertage von einer Bedenkenträgerin, die sich wider besseres Wissen Gedanken macht.  😊

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