Noch ist Polen nicht verloren …

Denn noch sind Stephie und ich ja nicht da.

In wenigen Wochen steht mein Jahresurlaub an. Endlich! Drei Wochen – ich kann es immer noch nicht glauben. Zu lange liegt mein letzter richtiger Urlaub, der nicht nur aus drei Tagen bestand, zurück. Genauer: Zum Zeitpunkt, da mein diesjähriger Jahresurlaub seinen Anfang nimmt, liegt mein letzter richtiger Urlaub beinahe eineinhalb Jahre zurück …

Und das merke ich mehr und mehr. 😉

Diesmal geht es zwar wieder mit meiner Schwester Stephanie los, jedoch nicht nach Schottland, Irland oder England – unsere letzten Reiseziele. Etwas ganz anderes wird es sein. Denn wir reisen – siehe oben – nach Polen. Schon lange hatten wir das vor. Teile unserer Vorfahren kommen aus der Region. Und aus Tschechien, genauer: aus Mähren. Oder Moravia, wie das so hübsch lateinisch heißt. 😉

Ich bin schon sehr gespannt, und heute, an einem denkwürdigen Tag, dem ich – ähnlich wie Silvester – jedes Jahr voller Grauen entgegensehe, seit ich 30 wurde (am vierzigsten denkwürdigen Tag habe ich sogar geweint! 😉 ), habe ich ganz pragmatisch ein Pocket-Wörterbuch für die Reise bestellt – mit Aussprachehilfen, denn Polnisch ist nicht nur eine sehr schwierige Sprache, sogar die schwierigste der generell schwierigen slawischen Sprachen, was die Grammatik anbelangt: Auch ihre Aussprache ist für nicht-slawischerprobte Sprecher schwer nachvollziehbar. Es werden bisweilen recht viele Konsonanten aneinandergereiht, die für Uneingeweihte schier unaussprechlich scheinen, für Muttersprachler jedoch gar kein Problem darstellen und – wenn man die Muttersprachler sprechen hört – ganz wunderbar klingen. Finde ich zumindest. Wunderbar, aber undurchschau- und ähnlich schwierig artikulierbar. Ich bin froh, wenigstens Smacznego! und Serdecznie witamy! sagen zu können. Nur: Ich glaube nicht, dass man eine vierzehntägige Polenreise bestreiten kann, wenn man lediglich Guten Appetit! und Herzlich willkommen! sagen kann, zumal wenn man dort zu Gast ist und nurmehr hoffen kann, dass man selber willkommen geheißen werde. 😉 Auch Ausspruch No. 3 – na zdrowie – hilft nur wenig weiter. Es sei denn, man sitzt in einer geselligen Kneipe und trinkt gerade ein leckeres piwo.

Die Reiseroute und ihr Ausmaß ist noch nicht ganz klar. Gleiches gilt für Abflug- und Ankunftsort. Möglich, dass wir von Düsseldorf nach Krakau oder Warschau fliegen. Oder von Dortmund. Auch sollten wir langsam damit beginnen, Hotelzimmer zu buchen. Aber vielleicht wird es ja ohnehin eine Abenteuerreise. 😉

Mein Tag begann zumindest heute damit, dass ich erneut nach günstigen Flügen suchte. Besser, ich lenkte mich vom neuen Lebensjahr und einer völlig ungewohnten Zahl ab, die die Anzahl meiner bisherigen Lebensjahre so genau definiert. 😉 Ich bin leider ein bisschen eitel … 😉

Zwischenzeitlich bekam ich diverse WhatsApp-Nachrichten und Glückwünsche, über die ich mich sehr freute. Zumindest stellten sie einen gewissen Trost dar. 😉 Dabei musste ich feststellen, dass der Akku meines Handys und das Handy an sich schwächelten – leider beileibe nicht zum ersten Mal. Vor drei Jahren hatte ich mir das S6 in Meerblau zum Geburtstag geschenkt – wenn das kein Zeichen war! Und schon ließ ich die Flugrecherche Flugrecherche sein und ging auf die Seite meines Mobilfunk-Providers, um – nicht, dass das noch zur Tradition wird – ein neues Smartphone nebst Vertragsänderung (die war vonnöten) zu organisieren. Das neue Smartphone wird zartviolett sein – ist mal was anderes. Doof nur, dass ich meine Nummer nicht behalten kann – ich habe eigens die Hotline des Providers angerufen, die mir bestätigte, leider, leider gehe das nicht. Warum, konnte mir keiner erklären. Nun gut – eine neue Nummer. Hoffentlich nicht wieder eine wie die bei E-Plus damals, die auf -6969 endete und die mir jedes Mal, wenn ich sie nennen musste, schlüpfrige Kommentare einbrachte – haha … 😉

Doch zurück zum Urlaub, den ich dann wohl mit neuem Handy antreten werde. Meine Patentante rief an, gratulierte und erklärte, sie habe einen Urlaubszuschuss auf mein Konto überwiesen, dessen Daten sie meinem Vater abgepresst hatte, um mich zu überraschen. (Leider hatte ich davon gar nichts mitbekommen, da ich kein Online-Banking betreibe – zum Glück wies mein Vater mich, als er und Mama mir gratulierten, darauf hin. 😉 ) Ich freute mich riesig, und Tante Ute erklärte, sie fände klasse, dass Stephie und ich nach Polen reisen würden. Immerhin sei sie dort zur Welt gekommen, was ihr jedoch auch erst klar geworden sei, als sie nach vielen Jahren einen neuen Pass beantragt habe und bei dessen Abholung sehr erstaunt gewesen sei, denn da habe statt des ihr aus dem alten Pass vertrauten Namens ihres Geburtsortes, dem einstigen deutschen Namen, ein Konglomerat erstaunlich vieler Konsonanten gestanden, und sie habe dies bei der Bediensteten der passausstellenden Behörde zunächst moniert und gesagt: „Ich kann meinen eigenen Geburtsort nicht aussprechen! Was, wenn ich ihn irgendwo angeben muss? Und wieso besteht er aus zwei Wörtern?“ Daraufhin habe man ihr mitgeteilt, sie sei nun einmal nach Kriegsende dort zur Welt gekommen – da gelte der polnische Name. Inzwischen kann sie ihn hervorragend aussprechen, und sie berichtete, sie sei mit ihrem Bruder und ihrer Schwägerin vor einigen Jahren dort gewesen, und es sei einfach nur schön gewesen, wie freundschaftlich man sie trotz der historischen Gegebenheiten aufgenommen hätte. Seither hätte sie neue Freunde in Polen, und es freue sie, dass Stephie und ich hinreisen würden – ganz gewiss würde es uns gefallen. Und diese ganzen Klischees, die manche Leute äußerten, seien einfach nur bescheuert.

Mein Reden seit Jahren. Ich werde nie vergessen, wie ich in Aachen mal mit Freunden und Bekannten in einer Kneipe saß und wir zu fortgeschrittener Stunde über unsere jeweilige Abstammung bzw. Vorfahren sprachen: Einer hatte französische Vorfahren aus dem Elsass, ein anderer englische, ein weiterer niederländische Wurzeln. Dann ruhten ihre Augen auf mir, und ich sagte völlig unvoreingenommen: „Ich habe unter anderem fränkische, polnische und tschechische Vorfahren.“ Daraufhin schrie der, der die französischen Vorfahren hatte, laut durch die Kneipe: „Achtung! Passt alle auf eure Habseligkeiten auf! Diese kleine Frau hier sieht harmlos aus, hat aber polnische Vorfahren! Ihr wisst, was das bedeutet – haltet eure Sachen lieber fest! Hahaha!“ Und er lachte sich halbtot, während – ungelogen! – diverse Leute in der Kneipe ihre Sachen an sich rafften und mir Blicke zuwarfen, als würde ich sie ihnen durch meine reine Anwesenheit streitig machen. Freundlich waren die Blicke beileibe nicht.

Ich sah meinen Bekannten an, tippte mir gegen die Stirn und sagte: „Sag mal, hast du sie noch alle? Was soll das denn?“ – „Ach, war doch nur ein Scherz!“ – „Ja, aber hast du gesehen, wie die Leute reagierten und mich ansahen? Geht es noch?“ Und die Tresenfrau meinte zu Michael, der sich gern Michel – französische Aussprache – nannte: „Mal wieder nach deinem Motto: Lieber einen guten Freund verlieren, als einen schlechten Witz auslassen, nicht wahr? Ich habe auch gesehen, wie Ali angesehen wurde. Übrigens bekleckern sich Franzosen auch nicht immer mit Ruhm. Wie alle anderen Menschen ganz unterschiedlicher Nationalitäten.“

Ich winkte ab: „Lass gut sein, Marilu. Es war ein Scherz. Ein blöder Scherz. Ich bin nur immer sehr erstaunt, wie unterschiedlich verschiedene Nationalitäten betrachtet werden. Ich werde von nun an von den Leuten, die gerade ihre Sachen an sich rafften, nicht nur als potentielle, sondern Per-naturam-Diebin angesehen werden. Warum eigentlich? Ich habe noch nie schlechte Erfahrungen mit Polen gemacht. Bis jetzt. Es kann natürlich sein, dass sich das noch ändert, denn in jedem Land gibt es nette Menschen, aber auch Arschlöcher. Nur ist mir bis jetzt noch nie Schlechtes durch Polen widerfahren, und ich kenne einige. Im Gegenteil.“

Das stimmte. Naja, gut, einen hatte ich kennengelernt, der nicht gerade eine Zierde seiner Zunft gewesen war. Dem hatte ich in der Sprach- und Förderschule, in der ich damals neben dem Studium arbeitete, Deutsch beibringen sollen. Władysław P. hieß er, und er bedeutete mir gleich in der allerersten Stunde, ich solle ihn Władek nennen. Ich nannte ihn konsequent Herr P., ignorierte, dass er mich „nach Warszawa“ mitnehmen wollte und schlug ihm mehrfach auf die Finger, als er nach mir griff. Und das genauso konsequent, wie ich das immer machte, wenn man übergriffig wurde – ganz unabhängig von der Staatsbürgerschaft. Und eines Tages sagte mein damaliger Chef ganz konsterniert zu mir: „Frau B., ich mache ja öfter hier die Runde, und aus Ihrem jeweiligen Unterrichtsraum höre ich immer lebhaftes Reden, Lachen und gute Stimmung. Als ich aber neulich, als Sie eine Stunde mit Herrn P. hatten, vorbeikam, traute ich meinen Ohren nicht: Aus Ihrem Raum drang etwas, das wie Kasernenhofton klang! Von Ihnen! Das kenne ich gar nicht von Ihnen! Sagen Sie mir bitte, was für einen Grund das hat!“ Ich schilderte die Gegebenheiten, auch, dass ich die Möglichkeit hätte, alsbald in Warszawa zu leben, lachte jedoch und meinte: „Keine Sorge, alles im Griff!“ Mein Chef fand das gar nicht so lustig, und er meinte: „So geht das nicht – das muss ihm klar sein!“ – „Ich denke, es ist klar. Ich habe es mehrfach zu verstehen gegeben. Und das durchaus energisch.“ Mein Chef sah mich besorgt an und meinte: „Sollten Sie in Schwierigkeiten sein, schreien Sie ganz laut – dann komme ich sofort zu Ihnen!“

Vor meinem geistigen Auge erschien folgendes Szenario: Großer Hund benimmt sich in Gegenwart eines Dackels komplett daneben, wird übergriffig gegen Dackel. Dackel bellt laut und empört, schnappt um sich. Tür geht auf, und zweiter Dackel erscheint. Beide Dackel kläffen großen Hund an, einer hängt sich an dessen Vorderbeine, der andere zwickt den großen Hund in die Hinterläufe, dabei garstig knurrend. Großer Hund lacht und schüttelt die kleinen Plagegeister ab … 😉

In etwa so hätte es ausgesehen, hätte mein Chef mich gegen den durchaus hochgewachsenen und kräftigen polnischen Sprachschüler verteidigen müssen – mein Chef überragte mich um etwa einen oder zwei Zentimeter. Und so brach ich in helles Lachen aus, als mein Chef mich inständig bat, ihn zu Hilfe zu rufen. Außerdem war es gar nicht nötig.

Dann hatte ich eine sehr, sehr nette Polin, der ich Deutsch beibringen sollte, und das lief prima, denn im Gegensatz zu Herrn P. lernte sie fleißig. Und eines Tages erklärte mir mein Chef, er habe eine ganz neue Schülerin für mich. Einen etwas schwierigeren Fall. Eine fünfzehnjährige Polin – der Fall liege ihm am Herzen. Das Mädchen sei sehr intelligent und ebenso künstlerisch begabt, aber extrem schüchtern und unsicher, und es werde in der Schule gemobbt. Da habe er sofort an mich gedacht: „Frau B., wenn eine das hinkriegen kann, dann Sie! Ich erinnere mich noch an Ihre Anfangszeit hier – Sie wirkten sehr schüchtern und ein bisschen verhuscht. Und mit einem Mal waren Sie so, wie Sie wohl wirklich sind, zumindest in der Tätigkeit hier. Woran lag das eigentlich?“

Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Chef, und ich sagte wahrheitsgemäß, dass eine ziemlich vertrackte Beziehung mich derart verunsichert hätte. Als diese beendet gewesen sei, ein halbes Jahr nach meinem Einstieg in dieser Sprach- und Förderschule, sei ich am Boden zerstört gewesen, hätte dann aber wohl irgendwie den Stier bei den Hörnern gepackt – irgendwie musste es ja weitergehen. 😉
Mein Chef grinste mich an und meinte: „Wozu gescheiterte Beziehungen bisweilen gut sein können! Inzwischen sind Sie meine echte Patentlösung für schwierige Fälle. Im Gegensatz zur Anfangszeit sehr lebhaft und fröhlich – und Sie haben ein Händchen für Ihre Schüler, vor allem die schwierigen Fälle.“ Das war ein Kompliment, und ich übernahm die kleine Lina sofort. Ein ganz liebes Mädchen, sehr sensibel, das in der Tat künstlerisch sehr begabt war. Gemobbt wurde es, weil es ganz anders war als seine Mitschülerinnen, nach denen sich die Jungs schon öfter umdrehten. Nach der kleinen Lina drehte sich keiner um – dabei hatte sie garantiert mehr drauf als das Gros der Mitschülerinnen.

Zu Anfang war es schwierig, sie zum Sprechen zu bringen – sie war total eingeschüchtert. Aber irgendwie klappte es recht schnell, und sie fasste Vertrauen zu mir. Ihr Traum: ein einjähriger Schüleraustausch in die Vereinigten Staaten. Daran würden wir arbeiten – und an Linas Selbstwertgefühl. Es war vordergründig Englisch, aber in Wirklichkeit noch viel mehr.

Aus dieser „Kooperation“ erwuchs eine Freundschaft, denn Linas Mutter lud sowohl meinen Chef, als auch mich im Zuge dieser insgesamt fast zwei Jahre andauernden „Arbeitsgemeinschaft“ eines Tages zu einer kleinen Feier ein: Es war im Advent, und wir waren eingeladen zum Vorweihnachtsessen, zu dem auch einige polnische Freunde eingeladen waren. Es war wunderschön. Es gab Barszcz und Bigos, viel Tee, Sekt, und wir erzählten viele Geschichten. Linas Mutter erzählte, wie sie nach Deutschland gekommen seien, damals noch mit ihrem Mann, der jedoch kurz darauf sehr krank geworden und gestorben sei. Seither würde sie Lina und sich allein durchbringen. Mir wurde meine Verantwortung noch bewusster, ebenso aber auch, dass man mir absolut vertraute.

Als wir während der Adventsfeier feststellten, dass meine näheren Vorfahren aus der gleichen Region kamen wie Linas Mutter („Nenn mich Danuta!“), ich die Gerichte kannte, von denen erzählt wurde, als es um das Thema Essen ging, rief mein Chef: „Irgendwie fühle ich mich jetzt so richtig doof: Ich gehöre gar nicht dazu!“ Und er lachte, und Danuta meinte gleich: „Doch! Natürlich Sie gehören dazu! Hätte ich Sie sonst eingeladen?“ Und zum Trost gab es dann eine Bescherung, denn – obwohl Danuta finanziell nicht übermäßig gut gestellt war – wir bekamen auch alle noch ein kleines Geschenk. Ich einen Kaffeebecher, in dem eine Orange steckte. Den Kaffeebecher habe ich heute noch und halte ihn in Ehren.

Und als mein Chef dann sein Unternehmen aufgab, habe ich privat noch weiter bei Lina und Danuta Unterricht gegeben, und Lina hat es nicht nur geschafft, das Austauschjahr zu ergattern, sondern war zum Schluss ganz anders als zu Beginn, lachend, fröhlich, den Kopp oben tragend, was ich ihr immer wieder gesagt hatte: „Kopp hoch tragen! Nicht die Nase – das wäre arrogant und eingebildet. Außerdem regnet es dann hinein. Du musst den Kopf gerade tragen, Schultern zurück – du bist jemand, und deine Mitschülerinnen können dich mal!“ Als ich meine letzte Stunde absolviert hatte, sagte Danuta: „Ich kann gar nicht soviel danken, wie es wäre nötig! Hast du ein ganz anderes Mädchen aus Lina gemacht!“ Ich grinste und schüttelte den Kopf: „Nee. Das hat sie ganz allein gemacht. Ich habe sie nur ein bisschen angestupst. Aber es ist ihre eigene Leistung, nicht meine, und das habe ich ihr vorhin genauso gesagt. Ganz ehrlich: Ich muss sogar ein bisschen grinsen, dass es so toll geklappt hat. Denn ich war früher genauso wie Lina zu Anfang. Nur nicht so begabt. Manchmal bin ich es heute noch. Umso schöner, immer wieder bestätigt zu sehen, dass es möglich ist, das zu überwinden. Mir hat die Arbeit auch sehr viel gebracht.“ Danuta sah mich an, dann platzte sie vor Lachen heraus und meinte: „Wie nennt ihr das hier? Understatement, glaube ich. Du bist die beste Lehrerin, die wir hätten kriegen können, und wir mögen dich beide sehr.“ Ich lachte auch und meinte: „Danke, das freut mich sehr – ebenso, euch getroffen zu haben. Aber Understatement ist es nicht – ich habe einfach nur die Wahrheit gesagt.“ – „Na, dann gratuliere ich uns allen – ich hoffe, wir bleiben in Kontakt, denn ich mag dich wirklich sehr gern.“ Und zum Abschied nahm Danuta mich in den Arm und drückte mich ganz fest. Und wir hatten auch noch längere Zeit Kontakt – bis ich Aachen verließ.

Danach hatte ich öfter Kontakt zu diversen Polen, und alles lief prima. Ich verstehe die doofen Klischees daher absolut nicht, obwohl mir klar ist, dass es in jedem Land, in jeder Nationalität sehr viele nette Menschen, aber auch echte Armleuchter gibt.

Dennoch habe ich mich vorhin bei einer echt unzulässigen Aussage ertappt, als mein Schwager mich anrief, um mir zum Geburtstag zu gratulieren. Ich meinte während des Gesprächs zu ihm: „Sag Stephanie doch bitte, dass ich auch schon ein Reisewörterbuch mit Aussprachehilfen gekauft habe – abgestimmt auf typische Reisesituationen in dem besuchten Land.“ – „Ja, mache ich.“ Und es ritt mich irgendein Teufelchen, denn ich rief: „Zum Beispiel der Satz: ‚He! Wir lassen uns nicht über den Tisch ziehen! Dieses Hotelzimmer ist den geforderten Preis nicht wert!‘ Oder: ‚Geben Sie mir sofort mein Portemonnaie mit der Kohle zurück!‘“ Helge lachte, ich lachte, denn natürlich war es nicht ernst gemeint gewesen, aber plötzlich kam mir zu Bewusstsein, dass ich gerade ein gruseliges Klischee bemüht hatte – über das ich mich Jahre zuvor echt geärgert hatte. Und meine Erkenntnis war: Ich bin keineswegs besser als andere Klischeereiter. Aber – ganz ehrlich – das hatte ich auch weder erwartet, noch behauptet. 😉

Ich bin sehr gespannt auf den Urlaub. Und ganz sicher, dass es mir sehr gefallen werde. 😊

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