Kurz nach der Halbzeitpause doch lieber zur Tanke …

Heute war es soweit. Das Auftaktspiel für Deutschland stand an: Deutschland gegen Mexiko.

Zuvor das Spiel Costa Rica versus Serbien. Ich hatte 0:1 für Serbien getippt, mir das Spiel auch angesehen und tatsächlich mitgefiebert. Ich gestehe, es lag auch ein bisschen an meiner Position in der Tipprunde, denn ich gehöre irgendwie zu denen, die nie so konstant in einer „Region“ der Tabelle verharren, sondern eher wie beim Tischtennis pingpongmäßig hin und her schießen, und das in erstaunlich hoher Frequenz. 😉

Von Platz 1 auf Platz 11, dann auf Platz 5, stürzte ich kürzlich auf Platz 21, und das binnen kürzester Zeit. Zwischenzeitlich war ich gar auf Platz 27, und da dachte ich noch: „Die Letzten werden die Ersten sein!“ Dabei war ich nicht einmal Letzte. Denn: Als ich dann auf Platz 29 fiel, dachte ich: „Pech im Spiel – Glück in der Liebe!“ Und da war ich immer noch nicht Letzte. Und ich dachte, dass demnächst großes Liebesglück über mich hereinbrechen werde, als ich auch schon wieder auf Platz 16 gerissen wurde! Und im Zuge des CRC-SER-Spiels gleich schwindelerregende sieben Plätze höher auf Platz 9! Eine einstellige Zahl! Hurra! 😉

Nun werden Uneingeweihte sagen, dass es daran liege, dass ich von Fußball keinen Plan hätte, aber da liegen sie nicht richtig, denn die echten Fußball-Cracks liegen auch ziemlich hinten. Es ist halt ein Vabanque-Spiel … 😉

Für das deutsche Auftaktspiel hatte ich den absolut „feigen“ Tipp 2:1 gewagt, obwohl der – wie sich herausstellte – in der Tat gewagt war. Dabei war mir – ich schwöre, es war so! – mehr nach 0:1 für Mexiko. Ja, schimpft mich nur eine Nestbeschmutzerin, aber ich fand das recht realistisch. Ich hatte Testspiele gesehen. Aber irgendwie überkam mich doch ein wenig Scham, und ich dachte, es könne ja nicht wirklich schaden und niemandem wehtun, würde ich doch pro „Die Mannschaft“ tippen.

Als die Tippzeit abgelaufen war und das Spiel begann, sah ich, dass meine Tippbrüder und -schwestern wohl ähnlich gedacht und gehandelt hatten wie ich. 😉 Zumindest war ich nicht allein.

Während der ersten Halbzeit gingen mir die Zigaretten aus, als gerade die Mexikaner ihr Tor schossen, und ich beschloss, in der Halbzeitpause mal eben zur Tanke zu titschen, denn für Fußballspiele brauche ich Zigaretten, speziell bei der WM, ich gestehe es. Aber ein Anruf hinderte mich am rechtzeitigen Aufbruch, und so beschloss ich, erst nach dem Spiel loszuziehen, zumal ich auch noch eine angebrochene Schachtel eines „Notkaufs“ fand, vor einiger Zeit getätigt, als es meine Marke – Luckies – nicht gab.

Doch obwohl noch einige Zigaretten in der Schachtel waren, schaltete ich irgendwann enerviert aus. Das Spiel ging an meine Nerven. Ich ertrug kaum, es anzusehen, und so dachte ich: „Du gehst jetzt zur Tanke. Und du solltest dich auch nicht beeilen.“ Denn: Zeichnet sich ab, dass das Grauen Einzug halten werde, muss man – ich zumindest – nicht auch noch jede Millisekunde miterleben. Es ist ähnlich, wie wenn man in absolut ungünstiger Situation gezwungen ist, einen Schwangerschaftstest machen zu müssen, wobei die modernen ja wenigstens sehr schnell anzeigen, was Sache ist. Ich jedoch musste als Studentin mal einen machen, der im Vergleich zu seinen moderneren, schnelleren  und damals sehr teuren Kollegen zu seiner Entfaltung ganze fünf Minuten brauchte, bis der Teststreifen anzeigte, was nun genau anliege (zwei blaue Streifen = nicht schwanger, zwei blaue und ein rosa Streifen mittig = schwanger). Ich gestehe, auch da musste ich das Haus verlassen – unmöglich, allein mit dem Test nebst Teststreifen in der Wohnung zu bleiben, ohne einen Herzinfarkt zu erleiden, weil man alle paar Sekundenbruchteile hinrennen und draufstarren muss, als ändere sich das Ergebnis dadurch. 😉 Und letzten Endes gab es dann zwei blaue Streifen und sonst nix …

Und so schaltete ich den Fernseher aus und machte mich kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit auf den Weg zur Aral-Tankstelle. Und ich ließ mir viel Zeit.

Als ich zurückkehrte, schaltete ich den Fernseher wieder ein. Ich muss gestehen, dass es mich nicht gewundert hätte, hätte es inzwischen 0:2 gestanden. Dem war aber nicht so – im Grunde war alles noch offen. Theoretisch zumindest. Praktisch beherrschten jedoch die Mexikaner das Spielfeld, und so ging es dann auch aus …

Keiner der Tippbrüder und -schwestern hat bei diesem Spiel auch nur einen Punkt gemacht, und ich habe beschlossen, mich künftig doch wieder mehr auf mein Bauchgefühl zu verlassen. 😉

Und nun hoffe ich, dass die Brasilianer und Schweizer wenigstens so spielen, wie ich getippt habe … 😉

Euch einen schönen Abend und – wenn ihr Fußball mögt – viel Spaß bei der WM! 😊

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