Manche Dinge scheinen ganz plötzlich zu geschehen … Oder: Ali hektisch

In der Tat scheinen manche Dinge, obwohl sie regelmäßig erscheinen oder länger zuvor angekündigt waren und damit quasi wie ein Damoklesschwert über den künftig Betroffenen schwebten, ganz plötzlich auf den Plan zu treten. Bestes Beispiel: die Bahn. Völlig überraschend für das Unternehmen gibt es 4 (in Worten: vier) Jahreszeiten! Mit mindestens dreien hat die Bahn bisweilen ganz große Probleme: dem Sommer, dem Herbst und dem Winter. Im Sommer funktioniert das, was im Winter bisweilen nicht funktioniert – die Heizung in den Bahnen –, unter Umständen hervorragend. Ich selber habe bis dato zwei Fahrten dieser Art mitgemacht, und natürlich geschahen diese im Fernverkehr, als ich von Bayern nach NRW unterwegs war – stundenlang … Wie sehr habe ich die alten Züge vermisst, in denen man noch Fenster hatte, die man öffnen konnte! Dafür funktioniert die Klimaanlage im Sommer dann eben nicht – nur eines scheint zu gehen. Das muss man einsehen. 😉 Und im Herbst fallen Blätter, auch auf die Gleise, und dann, da das immer wieder völlig unerwartet geschieht, auch die eine wie die andere Bahn aus.

Jedoch gibt es auch Dinge, die explizit lange zuvor angekündigt wurden – ganz anders als die Jahr für Jahr völlig überraschend auftretenden Jahreszeiten -, und trotzdem wird man doch aufs Unangenehmste davon eingeholt.

Zumindest geht es mir derzeit so, denn ich muss mein Blog hier um jeden Preis irgendwie datenschutztechnisch korrekt (mit mindestens drei R und hübsch preußisch artikuliert) gestalten, da ja ab übermorgen diese wunderbare DSGVO ihren Einfluss geltend macht. Da ich bis vor wenigen Tagen ziemlichen Stress hatte – und das seit etwa einem Dreivierteljahr -, kam ich eher nicht dazu. Oder so. Denn wenn ich Zeit gehabt hätte, war ich so unvorsichtig, lieber zu entspannen, statt mich der Aufrüstung meines Blogs zu widmen. Selber schuld, nicht wahr? Aber immerhin bin ich gut im Improvisieren und in schnellen, hektischen, letzten Endes aber befriedigenden, Lösungen …

Mein erster Impuls vor zwei Wochen: „Alles klar, ich lösche mein Blog lieber!“ Dann dachte ich: „Geht’s noch? Auf keinen Fall! Ich habe ja noch zwei Wochen …“ Wie schnell zwei Wochen vergehen können, muss ich in derlei Fällen immer wieder genauso überrascht feststellen, wie die Bahnbetriebe jedes Jahr von neuem erstaunt über die Existenz ganz verschiedener Jahreszeiten und damit einhergehenden ganz typischen Witterungsverhältnissen zu sein scheinen. Ich bin mir sehr sicher, dass sehr nahe Verwandte meiner Wenigkeit nun den Vergleich mit der Grille ziehen würden, die im Sommer sang … (Und dies ausschließlich tat.) Oder mit einem meiner Lieblingskinderbücher: „Frederick“, dem kleinen Mäuserich, der, anders als seine Mäusekollegen, keineswegs Getreidevorräte für den Winter anlegte, sondern – aus Sicht der Mäusekollegen – in den Tag hineinlebte (was ich nicht einmal tue). Sie schimpften mit ihm und verstanden nicht, wie man so sorglos sein könne, und sie schalten ihn einen Spinner. 😉 Aber dann kam der Winter, und die Mäuschen, die Frederick trotz seiner vermeintlichen Faulheit an ihren Essensvorräten teilhaben ließen, froren und langweilten sich gar furchtbar in ihrem Bau, als die Vorräte zur Neige gingen. Und da trat der kleine Frederick auf den Plan, der im Sommer keineswegs gefaulenzt, sondern Wörter, Sonnenstrahlen und Farben gesammelt hatte, an denen er nun im Gegenzug die frierenden und sich langweilenden Mäusekollegen teilhaben ließ, die daraufhin gar nicht mehr froren. Und von Langeweile war auch nicht mehr die Rede, zumal Frederick zum Schluss noch ein persönliches Gedicht vortrug. Daraufhin riefen die Mäuschen: „Frederick, du bist ja ein Dichter!“ Und Frederick verneigte sich verlegen und meinte: „Ich weiß es, ihr lieben Mäusegesichter.“ Das ist doch süß, nicht wahr?

Meine Mutter fand dieses Kinderbuch auch immer ganz reizend. Angesichts meiner derzeitigen Situation jedoch denke ich, sie hätte es mir besser nicht so oft vorgelesen, als ich noch klein war. 😉 Irgendwie muss sich das in meinem Hinterkopf festgesetzt haben, und nun arbeite ich im Akkord an der Umsetzung dieser wunderschönen Verordnung in Bezug auf diese Seite hier. Und ich kann euch nicht einmal ein persönliches Gedicht präsentieren, wiewohl ich über Farben sicherlich eine Menge erzählen könnte. 😉

Und auch darüber, wie ich den morgigen Abend verbringen werde. Wahrscheinlich auch die Nacht … 😉

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