„Being for the Benefit of Mr Kite”

Das ist ein Lied der Beatles, und sein Text geht direkt zu Anfang so:

For the benefit of Mr Kite
There will be a show tonight on trampoline
The Hendersons will all be there
Late of Pablo Fanques Fair – what a scene
Over men and horses, hoops and garters
Lastly through a hogshead of real fire!
In this way Mr K. will challenge the world!

Dieses Lied geht mir seit Dienstag durch den Kopf. Es ist nicht verwunderlich, dass ich immer irgendein Lied im Kopf habe, und es ist auch nicht verwunderlich, dass es eines der Beatles ist, da meine Mutter mir zu meinen Kleinkindzeiten statt Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein wieder und wieder Beatles-Songs vorsang (oder welche von den Rolling Stones, und obwohl ich musikalisch eher von den 80ern/90ern geprägt wurde, habe ich diese Lieder immer geliebt und kann viele davon auswendig mitsingen – melodie- und textsicher), zumal ich ja ohnehin weder ein Prinzchen, noch ein Prinzesschen war – in der Rolle habe ich mich nie wiedergefunden.  😉 Nicht einmal zu Karneval, der Zeit, da viele meiner Freundinnen und Mitschülerinnen verzückt in langen und bauschigen rosafarbenen Synthetikkleidern herumliefen, mit einem güldenen oder – besser –  goldfarbenen Krönchen aus Plastik auf dem Kopp, das mittels eines Gummibandes unter dem Kinn auf selbigem Kopp gehalten wurde. Oder auch nicht. Denn spielen konnte man in dem Fummel mit dem Kronending auf der Birne nicht, und rannten die Prinzessinnen beim Fangenspielen los, schnalzte nicht selten das Gummiband unterm Kinn weg, und das Krönchen landete im Dreck. Oder es verrutschte beim Laufen und hing dann entweder über dem rechten oder linken Ohr oder unterm Kinn. Und dann war das Geschrei groß, zumal die nicht als Prinzessinnen Verkleideten – ca. drei oder vier von uns – auch keineswegs den Hofstaat mimen und das Krönchen wieder aufheben und der Königlichen Hoheit aufs Haupt setzen bzw. wieder geraderücken wollten. 😉 Ich fand diese Aufmachung schon immer irgendwie unpraktisch, und sie führte auch nicht selten zu Streit, da die temporären Prinzessinnen irgendwie nicht einsehen wollten, dass andere nicht einsehen wollten, ihnen zu huldigen, obwohl sie ein bauschiges rosafarbenes Synthetikkleid und ein goldfarbenes Plastikkrönchen trugen. Es erinnerte immer ein bisschen an Schützenvereinsbrüder in ihren Operetten-Uniformen, denen man gefälligst huldigen sollte … 😉 (Obwohl ich durchaus gern zum Schützenfest gegangen bin, früher, als ich noch zur Schule ging – das war immer lustig. Als Kind mochte ich das, und ich habe auch heute nichts dagegen.)

Doch ich schweife ab. Am Dienstag war ich nicht bei der Arbeit, da ich die Nacht von Montag auf Dienstag großenteils im Bad verbracht hatte, wenn ich nicht leidend und mit einer Wärmflasche auf dem Bauch im Bett gelegen habe. Irgendwann abends hatten sie mich überfallen: richtig widerliche Magenkoliken. Mir war im doppelten Sinne ganz anders, denn zunächst befürchtete ich, die Koliken könnten eine Folge meiner Tarte Tatin aux poires gewesen sein, die ich am Montag zur Arbeit mitgebracht hatte … (Und ich muss sagen: Sie kam wider meine Befürchtungen gut an, und sogar Kollegin Gina, die ungern sehr süß isst, meinte: „Ich weiß gar nicht, was du hast – die ist nicht zu süß, sondern schmeckt sehr gut! Schön saftig und vor allem so schön karamellig. Kannst du gerne öfter machen!“ Und als ich am Dienstagmorgen meine Bürokollegin Jana anrief, um mich krankzumelden und sie fragte, ob es ihr denn gut gehe, lachte sie und meinte: „Ali, es lag gewiss nicht an deiner Tarte Tatin – Gina und mir geht es gut, und wir essen – wenn wir dürfen – gleich noch ein Stück davon!“ Natürlich durften sie, und ich war froh, dass es ihnen gut ging. 😉 )

Ich kauerte danach auf der Couch, Wärmflasche auf dem Bauch und Laptop auf dem Schoß. Und ich las die Onlineausgabe einer überregionalen Zeitung, in der ich einen Artikel fand, wie für mich geschaffen. Es ging um Sport. Sport für Leute mit wenig Zeit, Sport für Leute, die es hassen, sich immer nur aus schlechtem Gewissen zum Yoga, Pilates oder Lauftreff schleppen zu müssen. Denn der Verfasserin des Artikels geht es wohl genauso, und sie schrieb über ihre Erfahrungen mit einem Trend, der einmal mehr – zumindest bisher – an mir vorbeigetreidelt ist: Sie hatte sich ein Indoor-Trampolin gekauft und getestet, und sie war so begeistert, dass ich gleich angesteckt und getriggert wurde: ein Trampolin – wunderbar, und auch noch indoor!

Und ich dachte: „Wenn ich mir schon finanziell keine allzu großen Sprünge erlauben kann … Und der Fitnessaspekt wird auch so gelobt! Und wie gern bin ich früher als Kind schon in meinem Bett herumgesprungen und habe getestet, ob ich bis zur Zimmerdecke komme, wider das Verbot durch meinen Vater – bis das Bett irgendwann ermattet zusammenbrach. Und im Schulsport fand ich das Trampolin auch schon immer so toll – man reiche mir ein Trampolin!“ Da naturgemäß niemand da war, mir den Wunsch zu erfüllen, musste ich selber tätig werden, und schon recherchierte ich auf einem größeren Internethandelsportal. Und wurde fündig. Und nicht nur das …

Inzwischen ist in der Tat ein reizendes, kleines Indoor-Trampolin auf dem Weg zu mir. 😉 Morgen soll es ankommen. Da es in die nahegelegene Packstation passen soll, gehe ich davon aus, dass ich bereits Unmengen an „Karolinen“, wie mein bester Freund Kalorien im Scherz nennt, beim Aufbau und der Installation verbrennen werde. Somit dürfte dieses Trampolin bereits vor seiner vollumfänglichen Gestaltnehmung der Fitness Vorschub leisten. Und auch beim herzhaften Fluchen sollen angeblich so einige „Karolinen“ verbrannt werden – das sind doch schöne Aussichten! 😉

Kaum hatte ich das Ding bestellt, fiel mir ein, dass der demnächst unter mir wohnende Nachbar sich sicherlich einen Ast freuen würde, würde ich meine Trampolin-Workouts regelmäßig vollführen. Aber dann lachte ich dreckig: Der neue Nachbar plagt mich nun seit Wochen mit der Renovierung seiner Wohnung, insbesondere am Wochenende, da ich endlich mal ausschlafen könnte, was im Moment dringend nötig wäre. Und schon war es vorbei mit meinem schlechten Gewissen. Und ich dachte: „Ich beschwere mich auch nicht, wenn der Nachbar über mir sich immer aufregt, wenn Schalke nicht so gut gespielt hat! Und ich hätte allen Grund dazu!“ (Denn dann brüllt der Nachbar immer laut herum, und mehrfach klang es, als würde er das Inventar seiner und seiner Frau Wohnung kurz und klein sägen …)

Rücksichtsvoll, wie ich bin, werde ich das faltbare Gerät wohl in der Küche in Betrieb nehmen. Der neue Nachbar sieht nicht so aus, als hielte er sich über Gebühr lange dort auf. 😉

Dennoch muss ich feststellen, dass sich Magenkoliken bisweilen etwas merkwürdig auf Menschen auswirken können – hätte ich diese nicht gehabt, hätte ich mir nie ein Trampolin gekauft … 😉

In diesem Sinne: Bleibt schön gesund! 😉

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