There is something fishy about it …

„Ali, was hältst du von Fischen?“

So fragte mich kürzlich eine Freundin. „Wie meinst du das?“ fragte ich zurück. „Meinst du Fische als Nahrungsmittel oder in anderer Weise? Oder meinst du die Tätigkeit?“

„Mehr das Sternzeichen,“, bekam ich zur Antwort. Wie peinlich! Ich gebe zu, ich habe ein Faible für derartige Dinge, aber eigentlich mehr in der Art, dass ich den Verdacht hege, dass einige grundsätzliche Wesenszüge in der Tat das widerspiegeln könnten [!], was so gern als „vollumfänglich typisch“ für das eine wie das andere Sternzeichen angenommen wird. Bei mir spricht allerdings mehr die Erfahrung und weniger die Sterne.

Als ich jedoch über das Sternzeichen Fische nachdachte, fiel mir auf, dass ich zwar einige Fische kenne, mit denen mich jedoch in der Tat wesenstechnisch nichts verbindet. Meine letzte nähere Bekanntschaft ist auch Fische, und unsere Wege trennten sich alsbald. Ich vermute zwar, dass dies auch anderweitig eingetreten wäre, da er Sarkasmus nicht verstand, nicht verstand, wenn ich eine frotzelnde Bemerkung machte, denn er nahm alles bierernst und wollte dann diskutieren. Ein Alptraum für jeden Menschen, der gern frotzelt und Sarkasmus liebt! 😉

Ich kenne auch einige sehr nette Menschen dieses Sternzeichens, aber mit keinem bin ich näher befreundet. Nicht etwa, weil ich derart abergläubisch wäre, das nun wirklich nicht. Nein – es sind eher Menschen, mit denen ich spreche und dann feststelle, dass man, hier: ich, sich wunderbar übers Wetter austauschen kann, ansonsten aber keine Gemeinsamkeiten habe.

Und nun stand Jasmin da und bedurfte eines Ratschlages. Und so lachte ich und meinte, ich könne nur von mir ausgehen, und für mich seien Fische aufgrund einiger Erfahrungen nicht geeignet. Und genauso umgekehrt, und ich beschrieb, warum, beschrieb die Sarkasmusresistenz des Fischs, mit dem ich zuletzt zu tun gehabt hatte. Jede sarkastisch-frotzelige Äußerung meinerseits wurde aufs Absolute ernstgenommen, und dann sollte diskutiert werden. Und das trotz der Vorwarnung meinerseits, dass ich sehr sarkasmus- und frotzelaffin sei.

Jasmin meinte: „O Gott! Das kommt mir erschreckend bekannt vor. Ich habe dich jetzt gefragt, weil du ja ziemlich offen bist und wir uns neulich über Sternzeichen unterhalten haben. Im Grunde bestätigst du nur meine Befürchtung.“ Wir klangen wie zwei Opfer einer Wahrsagerin, die in ihrem Zelt auf dem Jahrmarkt in eine dieser Briefbeschwerer-Glaskugeln starrt – vorgeblich eine echte und magische Kristallkugel – und den Verzweifelten, die zu ihr eilen, dramatisch-dräuenden Blicks etwas vom Pferd erzählt … 😉

Ich winkte ab, da die Sache ja nun wirklich individuell zu sehen ist und man das Ganze ohnehin nicht bierernst nehmen kann, aber Jasmin fragte weiter, was denn mit meinem Fisch gewesen sei, denn meinen Humor verstände sie recht gut, auch sarkastische Bemerkungen meinerseits. Und dann meinte sie: „Und ich mag dich obendrein.“ – „Ich dich auch.“ Und wir stellten fest, dass wir über einen ähnlichen Humor verfügen – aber trotzdem wollte Jasmin, Sternzeichen Waage, doch eine Antwort.

Ich sagte: „Ich kann dir wirklich nur sagen, wie das bei mir gelaufen ist. Aber ich bin mir sicher, wenn ich dir das Ganze erzähle, fangen wir beide zu lachen an. Also: nur Mut! Vielleicht ist dein Fisch ja auch ganz anders!“

Und ich erzählte. Jasmins Gesicht verfinsterte sich mehr und mehr, so dass ich irgendwann rief: „Jasmin! Astrologie ist keine ernstzunehmende Wissenschaft! Sie ist im Grunde überhaupt keine solche!“ Doch sie sah mich nur leicht melancholisch an und meinte: „Was du gerade erzählt hast, trifft zu hundert Prozent auf meinen Fisch zu! Alles! Ich war ja ohnehin schon im Zweifel … Und nun hast du mir noch eine Bestätigung gegeben, dass das nicht passe.“ – „Du hast mich gefragt, und ich habe dir gesagt, ich könne nur für mich sprechen. Aber warte! Ich hatte früher einen Freund, der auch Fische war – der war ganz anders!“ – „Und wieso bist du nicht mehr mit ihm zusammen?“ – „Weil wir nicht zusammenpassten. Aber der war wenigstens nicht so ätherisch wie der letzte Fisch. Wahrscheinlich war er Aszendent Lumberjack. Auch wenn es nicht passte: Seine direkte Art fand ich zumindest nett. Blöd war halt nur, dass er sehr empfindlich war, was seine Person anbelangte. Aber auch nur im Hinblick auf die. Aber warte! Da war noch Anthony! Ein Neuseeländer, den ich sehr mochte. Ich habe so viele schöne Gespräche mit Tony geführt. Ich dachte damals, er sei Informatiker, da er in einer IT-Firma arbeitete. Er dachte das Gleiche von mir, da auch ich in einer IT-Firma arbeitete. Und es stellte sich heraus, dass wir beide in der Tat dasselbe studiert hatten. Nur eben nicht das, was wir vom Gegenüber dachten. Er war auch Anglist! Der war auch Fische!“ – „Warst du mit dem zusammen?“ – „Nee.“ – „Warum nicht?“ – „Weil ich damals mit einem Skorpion zusammen war. Davon rate ich übrigens dringend ab. Zumindest dir und mir. Ich glaube, im Vergleich zu diesem Skorpion wäre jedweder Fisch harmlos.“ Und ich grinste Jasmin an und meinte, und das mit einem Augenzwinkern: „Manchmal sind Fische im Vergleich gar nicht so schlimm. Es könnte zumindest schlimmer kommen.“ Jasmin meinte: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt mit dieser Sternzeichen-Kategorie zu tun haben möchte. Mein Fisch ist so sensibel! Knallt einem dann aber Dinge quer über die Rübe, bei denen man nur schlucken muss – total unsensibel!“ Ich grinste und rief: „When you have to deal with pisces, there’s always something fishy about it!”

Jasmin hat einige Zeit in England gelebt, und als sie meinen Spruch hörte, platzte sie heraus und konnte sich kaum noch beruhigen. „Was für ein Wortspiel!“ rief sie, und dann erklärte sie, sie würde noch einmal in sich gehen …

Liebe Fische– und Skorpion-Geborene: Ich mag euch! 😊 Aber beste Freunde waren wir nie so recht. Es liegt an der Wellenlänge. Zumindest habe ich bis dato diese Erfahrung gemacht. Ob es am Sternzeichen liegt, vermag ich natürlich nicht zu sagen. 😉

Kleiner Nachtrag: Nein, ich bin nicht gar so abergläubisch, wie es hier scheint. It was just for the fun of it … 😉