Ali hat einen Vogel. Und nicht nur einen … ;-)

Zunächst zum Titel: Nein, ich spinne keineswegs mehr als andere Menschen. Schon gar nicht mehr als die Menschen, die sich stets für „normal“ halten. Nur habe ich seit einiger Zeit in der Tat nicht nur einen Vogel, sondern offenbar gleich mehrere …

Nein, seit dem Tod meiner Wellensittichdame Jakobine habe ich mir kein neues Haustier angeschafft. Aber ich füttere – ja, lästert nur darüber! – in der kalten Jahreszeit die Vögel draußen. Und im Moment ist es noch kalt. (Ja, ich weiß, was echte Experten dazu sagen … 😉 )

Ich habe das schon seit vorletztem Jahr so gehalten, hatte letztes Jahr kurzzeitig sowohl ein Rotkehlchen-, als auch ein Kohlmeisenpärchen im Wohnzimmer. Die fanden mich wohl so vertrauenswürdig, dass sie in mein Wohnzimmer kamen, als ich die Balkontür zum Lüften offengelassen hatte. Es war nicht ganz so einfach, sie zum Gehen bzw. Wegfliegen zu bewegen … 😉

Vor vier Wochen dann ein Einzel-Rotkehlchen. Und was gestern und heute passiert ist, lässt mich etwas irritiert zurück: Sollte ich Fliegengitter anbringen?

Denn gestern saß ich an meinem Schreibtisch, rechts daneben war die Balkontür geöffnet. Ich war vertieft ins Internet, weswegen ich erst aufsah, als rechts neben mir auf dem Balkon energisches Rascheln laut wurde. Ich sah hin und sah eine männliche Amsel, die mit diversen Früchten eines Ahornbaums, der wohl im Garten steht (ich habe mir die Bäume nicht so genau angesehen, aber es muss ein Ahorn dabei sein), sehr energisch um sich und mir strenge Blicke zuwarf. Zumindest sahen sie streng aus: „Schlampe! Es wird Zeit, den Balkon zu putzen! Da! Sieh her!“ Und richtiggehend zornig warf das Amselmännchen mit den Ahornfrüchten um sich.

Ich blickte hin, die Amsel sah mich an, und sofort hörte sie mit dem zornigen Treiben auf, zumal ich sagte: „Sag mal, geht ‘s noch? Was soll das denn? Ich weiß – der Balkon muss in der nächsten Zeit gereinigt werden. Aber doch nicht jetzt!“ (Ich schämte mich auch schon, als ich es aussprach. Ich diskutierte mit einer Amsel! Die ist nicht einmal mein Chef! 😉 )

Die Amsel schien das Ganze als erfreulichen Zuspruch zu werten, denn sie zog sich keineswegs zurück, als ich den Blick wieder auf den Bildschirm wandte. Als ich das nächste Mal Richtung Balkontür blickte, stand sie bereits diesseits der Balkontür, also in meinem Wohnzimmer …

Ich sprach ein Machtwort, und das schwarze Tier flog schimpfend ins Freie. Kam mir aber noch mehrere Male – wenn auch auf dem Balkon – sehr nahe.

Heute Abend die gleiche Situation. Ich am Schreibtisch, Balkontür offen, was sein muss, da ich im Wohnzimmer rauche. Ich schrieb gerade eifrig an einer Mail, als plötzlich etwas an meinem Knöchel zupfte. Ich blickte hinunter – bitte, lass es keine Spinne sein!

Es war aber nur eine Amsel – „meine“ Amsel, die mich keck von unten herauf anblickte, als ich irritiert von oben hinabblickte. Okay, eine Spinne wäre unvergleichlich schlimmer gewesen, aber das hier war auch schon schräg. 😉 Vor allem der sehr selbstbewusste Blick à la: „Wir beide kennen uns doch schon so lange …“

Ich lachte, die Amsel wich ob des dreckig klingenden Lautes ein wenig zurück. Ich meinte: „Ja, wenn du hier schon hereinkommst und mich so vertraut angehst, solltest du dich auch an meine Lache gewöhnen!“ Der Vogel legte den Kopf schräg und rückte erneut näher, aber das war mir dann doch zu viel, und ich zeigte ihm den Weg nach draußen. Schloss die Tür dann auch halb, sah aber, dass die Amsel mehrere Male zurückkehrte und neugierig in meine Richtung blickte.

Ich grinste mir eins. Nett, wie zutraulich Vögel werden, wenn man sie langsam an sich gewöhnt. Obwohl ich ja eigentlich nur wollte, dass sie nicht gleich in Angst und Schrecken verfallen, wenn ich mich bewege, während sie auf dem Balkon (!) sitzen.

Richtig irritiert war ich vorhin jedoch, als ich sah, dass eine niedliche Blaumeise auf dem Balkon landete, gerade noch ein Körnchen ergattern konnte, bevor es von „meinem“ Rotkehlchen sehr autoritär, aber ohne physischen Angriff oder sonstigen Körperkontakt verjagt wurde. Das Rotkehlchen stand nur auf seinen Streichholzbeinchen da und zwitscherte der kleinen Blaumeise etwas entgegen, woraufhin diese sofort und überstürzt die Flucht ergriff … Offenbar spielen sich auf meinem Balkon echte Grabenkämpfe ab, und ich halte das Ganze für ein „nettes Potpourri an Singvögeln“! Vielleicht hat „meine“ Amsel ja sogar Schutz gesucht und deswegen an meinem Knöchel herumgezupft … Und ich jage sie noch weg! 😉 (Ich vermute jedoch, dass sie mir sagen wollte: „Draußen ist nur noch wenig Futter – und vor allem fehlt es an Rosinen!“ 😉 )

Nein, ich glaube, der Frühling sollte endlich kommen und das Amselmännchen eine passende Partnerin finden. 😉 Ich fühle mich zwar geschmeichelt, dass es mich offenbar für geeignet hält, aber wenn ich es recht bedenke: Zwischen uns liegen Welten. 😉

Wahrscheinlich haben die Experten doch ein bisschen recht … Vögel besser nicht füttern, nicht dann, wenn kein Schnee liegt. Jetzt weiß ich auch, warum … 😉

Schönen Abend! 🙂

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