„To do or not to do” – Alis Verhältnis zu Listen …

Irgendwann in den ausgehenden 90ern und einsetzenden 2000ern wurde ich immer häufiger mit dem Begriff der „to-do“-Liste konfrontiert. Klang viel netter als „Liste der zu erledigenden Dinge“, viel gefälliger, da kürzer.

Ich tat mich von Anfang an mit dem Begriff etwas schwerer, denn – neben der to-do list – ich kannte die Begrifflichkeit to-do auch als Übersetzung für Gedöns, Getue, Wirbel, Tamtam und Theater (im negativen Sinne, wohlgemerkt). Vergleichbar mit dem, was man im Englischen ado nennt und in Shakespeares Much ado about nothing – Viel Lärm um nichts vorkommt. Und nicht selten ist eine ganz seriöse to-do list auch damit verwandt. 😉

Ich bin bisweilen ein spontaner Mensch, und ich habe in meinem bisherigen Leben festgestellt, dass das nicht immer von Vorteil ist. Es ist auch nicht schlecht, beileibe nicht, aber manchmal gehen aufgrund der Spontaneität doch manche Aspekte verloren. Man legte mir nahe, strukturiert zu arbeiten, und man machte mich mit Listen bekannt. Bekannt. Nicht vertraut. Denn ich bin brillant darin, Listen zu erstellen, nur mit der exakten Ausführung hapert es bisweilen. 😉

Es fängt bei der Einkaufsliste an, die – mit viel Verve angelegt – dann nicht selten in der Küche liegengelassen wird. Nicht mit Absicht, natürlich, aber mit dem Kopf voller anderer, schöner und viel wurschtigerer Gedanken … 😉 Ich glaube, seit ich begriffen habe, dass Einkaufslisten zwar toll, aber mit mir nicht zwingend kompatibel seien, habe ich mich dem Kochen zu- und vom Backen abgewandt. Denn man kann hervorragend kochen, auch wenn nicht alle Zutaten exakt dem Rezept entsprechen (an das ich mich eh nur ganz selten wirklich streng halte) – beim Backen treten da bisweilen Probleme auf. Man muss sich in den meisten Aspekten wirklich streng ans Rezept halten, auch wenn es im Grunde völlig latte ist, ob nun Pflaumen, Äpfel oder Aprikosen als Belag zur Verfügung stehen. Was das Grundrezept anbelangt, ist Genauigkeit angesagt. Daher backe ich nicht mehr sonderlich gern, seit ich mit dem Kochen anfing … 😉 (Und es mag auch daran liegen, dass ich nicht der „süße“ Typ bin, sondern Herzhaftes bevorzuge. Ich glaube manchmal, dass man das meiner Art an sich schon anmerke … 😉 )

Nichtsdestotrotz habe ich eine to-do list für die nächsten vier Wochen angelegt, und das wahrscheinlich in der klammen Hoffnung, mich endlich einmal daran zu halten:

1. Vor dem Urlaub dringend 3 bis 4 Kilogramm abnehmen. Ich bin nicht dick, aber wenn ich mich mit früher vergleiche, verfalle ich bisweilen in Melancholie … 😉 Und damals regte ich mich darüber auf, dass ich Körbchengröße A hatte! Was für eine Schmach! 😉

2. Dringend die Ablage machen – es wird langsam peinlich.

3. Alle anderen Balkone sind blitzblank geputzt und für den Sommer vorbereitet – nur deiner nicht. Nachholen! (Nein. Nicht wirklich. Ich werde nicht in die Jetzt wird es aber langsam mal Zeit-Hysterie einfallen, mit der hierzulande der Sommer herbeigesehnt wird. Ich werde meinen Balkon exakt dann putzen, wenn sich abzeichnet, dass das Wetter beständig bleibt. Und genau dann, wenn ich das will. Vorher keineswegs.)

4. Dringend Termin beim Augenarzt machen.
Ja, das ist wirklich zwingend notwendig, denn ich brauche eine neue Fernbrille. „Fernbrille“ – damit habe ich früher immer „Omma“ in Verbindung gebracht, dabei handelt es sich um stinknormale Brillen für Kurzsichtige. Ergo für mich. Ich bin zwar hauptamtlich Kontaktlinsenträgerin, aber man braucht ja auch einen Ersatz für die Zeiten, da man keine Kontaktlinsen trägt und doch gut sehen muss. Bei mir zum Beispiel unter Umständen – nicht per se, da ganz individuell – dann, wenn die Gräser blühen. Ein echtes Vabanque-Spiel, denn meine aktuellste Fernbrille datiert irgendwann von Anfang der 2000er Jahre … Ich trage sie auch nur zu Hause. Autofahren würde ich damit beileibe nicht. Im Grunde hilft sie mir nur über die Verlegenheit hinweg, alles tastend erfassen zu müssen. 😉

Lesebrillen, die ich zusätzlich zu den Kontaktlinsen trage, wenn ich ganz nah sehen muss, habe ich in zweifacher Ausfertigung. Da war der Ehrgeiz größer, die Brillen schicker. 😉

In der Tat: Ein Augenarzttermin muss her, und ich weiß jetzt schon, dass dieser wie am Fließband verlaufen wird und nur dazu dient, ein Rezept zu bekommen. Die Stärken misst mein Optiker ohnehin viel genauer und wirklich exakt.

Und dann kommt das Angenehme: Die Auswahl des Gestells, und es wird aus Metall sein. Das weiß ich jetzt schon. Zu meiner Haar- und Augenfarbe passen – und bloß keine Trendbrille, weil es gerade schick ist. Das Ding muss mich die nächsten Jahre begleiten. Darum geht es.

5. Endlich meine Armbanduhr reparieren lassen. Seit geraumer Zeit renne ich mit billigen Kunststoffuhren am Handgelenk herum, preise diese, als seien sie der Weisheit letzter Schluss. Wahrscheinlich war ich einfach nur zu faul dazu, meine heißgeliebte Junkers-Uhr reparieren zu lassen. Nein. Nicht zu faul. Es ist nur gar nicht so einfach, einen Reparateur zu finden für diesen von mir mit ganzem Herzen geliebten Chronographen in Schwarz. (Es gab ihn auch in Weiß, aber für mich nur in Schwarz – passend zur schwarzen Seele. 😉 ) Ich werde ihn wohl doch einschicken müssen …

6. Termin für die Sommerreifen und Inspektion machen. Morgen.

7. Und endlich auf die verdammte Autobahn fahren. Letzte Woche sollte mein erstes Autobahn-Rendezvous sein, aber – unglaublich – es kam nicht dazu. Denn mitten in der Nacht vor dem gefürchteten Termin erwachte ich und wünschte, exakt das möchte nicht geschehen sein, denn ich erwachte voller Pein und mit einem widerlichen Migräneanfall, der mich den ganzen Mittwoch und auch den Donnerstag noch in Schach hielt. Ich glaube, die Ursache lag nicht allein in meiner Furcht begründet – es kamen einige Dinge zusammen.

Fassen wir zusammen: Es wäre total toll, würde ich die Autobahnstunde mit meiner wundervollen schwarzen Junkers-Uhr am linken Handgelenk, einer neuen Brille als Kontaktlinsen-Alternative, einem blitzenden und strahlenden Balkon, einer erledigten Ablage und im Bewusstsein, dass mein Auto Sommerreifen und Inspektion hinter sich gebracht hat, antreten. Und das Ganze 3 bis 4 Kilogramm leichter … 😉

Nicht zu schaffen? Hmmm … Ich glaube, ich lasse es darauf ankommen! 😉 Obwohl ich to-do-Listen wirklich hasse.

Euch einen schönen Abend! 🙂

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