Tipps bei Hypotonie

Leidet auch ihr unter niedrigem oder schwankendem Blutdruck? Das ist richtig lästig. Oft wird einem schwindlig, manchmal kippt man sogar um. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe mich nach dem Aufstehen schon öfter auf dem Fußboden wiedergefunden.

Gut, man sagt immer, dass niedriger Blutdruck weniger riskant sei als hoher. Ich halte das aufgrund meiner Erfahrung für falsch, denn auch wenn vielleicht das Schlaganfallrisiko geringer ist, so läuft man bei unkontrollierten, da unvorhergesehenen Stürzen doch stets Gefahr, mit dem Kopf auf irgendeine Kante zu prallen und sich den Schädel einzuschlagen. Das kann schlimmstenfalls auch zum Tode führen. Ich habe zum Glück bis dato einen recht harten Schädel bewiesen, und das Bücherregal – Billy -, in das ich mal gekracht bin, als mir schwindlig und schwarz vor Augen wurde, ziert heute noch eine Absplitterung an der Kante eines Einlegebrettes. Meine rechte Augenbraue ziert seither eine Narbe, aber gebrochen habe ich mir nichts. Außerdem finde ich, dass Narben durchaus zu Menschen dazugehören – es sei denn, man lebt unter einer Glasglocke.

Medikamente sind dann notwendig, wenn man dauerhaft unter Hypotonie leidet. Es gibt da sehr gute, blutdrucksteigernde Mittel. Aber wer nimmt schon gerne Medikamente? Nötig dann, wenn der Zustand wirklich stets besteht, gewiss nicht, wenn das nicht dauernd der Fall ist.

Ich verweise auf viele andere, praktikable Methoden der Blutdrucksteigerung. Ich bin zwar mit einem eher schwachen Blutdruck „gesegnet“, dafür aber mit einer großen Klappe, und mir entfleucht bisweilen das ein oder andere, was ich eigentlich niemals aussprechen wollte. Das hat ganz spontan eine immense Blutdrucksteigerung zur Folge! 😉 Nicht, dass man sich dann wohlfühlen würde, beileibe nicht – die Probleme werden einfach nur verlagert -, aber zumindest hat man eine gesunde Gesichtsfarbe, das Herz schlägt schnell, der Blutdruck steigt. Na – ist das nicht eine wunderbare Alternative zu Medikamenten? 😉

Eine schönere Möglichkeit ist die, sich ganz einfach zu verlieben. Dann ist Blutdrucksteigerung stets gegeben, wenn man das Objekt der Begierde und der Sehnsucht sieht. Ich weiß, wovon ich spreche, bin meist nur zu schüchtern, dann auch weitere Schritte einzuleiten. Zu viel Angst vor Zurückweisung. Man kann sich ja so leicht irren. 😉

Weitere Möglichkeiten gibt es aber auch noch: Zum Beispiel die, über den Chef oder Kollegen zu lästern – natürlich nie grundlos, wohlgemerkt! -, und die stehen dann just hinter einem. (Es sind dies die Momente, da ich ernsthaft überlege, ob die Einnahme einer kleinen Tablette nicht das geringere Übel sei … 😉 )

Oder die Versendung von Mails, Kurznachrichten oder WhatsApp-Nachrichten an den völlig falschen Empfänger. Wie oft ist es schon passiert, dass Leute eine verzweifelte Liebeserklärung an den oder die Ex schicken wollten, die dann bei jemand anderem landete, bei dem das Ganze nun ganz gewiss nicht landen sollte – einem Arbeitskollegen, zum Beispiel. Oder einem völlig wildfremden Menschen, zum Beispiel bei einem Zahlendreher in der Rufnummer, wie es meinem Ex Giacomo zu Beginn unserer Beziehung mal passierte, als er eine glühende Liebesbotschaft an mich schickte: „Principessa – ich komme gleich zu dir nach Hause. Bist du schon da? Und dann … [Anm. der Redaktion: Der Rest wurde dann etwas intimer.]“

Keine zwei Minuten später wurde Giacomo mit dem Tode bedroht: „Ey, du Schwuchtel! Wenn du mich noch einmal solche SMS schickst, du bist tot!“ Er hat mir die Nachricht nach unserer glücklichen Zusammenkunft gezeigt, und ich lachte mich halbtot. Giacomo hingegen war etwas besorgt – immerhin hatte das Gegenüber seine Nummer … 😉

So etwas ist immer peinlich. Auch umgekehrt, wenn einem der Ex mitten in der Nacht und kurz nach der Trennung eine Nachricht schickt, die da lautet: „Wir werden alle sterben!“ Mir schon passiert, und ich wusste genau, er hatte wohl ein bisschen übertrieben und etwas zu tief ins Glas geschaut. Er kam mit der Trennung wohl nicht so gut klar. Ich zwar auch nicht, aber sie war von mir ausgegangen, und was sollte ich tun? Eine Fortführung der Beziehung wäre für uns beide nicht gut gewesen. Und so tippte ich schlaftrunken mitten in der Nacht eine SMS, die da lautete: „Das liegt in der Natur der Sache. Sauf nicht so viel!“ Es klang ein bisschen herzlos, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass manchmal drastische Worte mehr helfen als: „Oooch! Nun sei doch nicht so traurig! Vielleicht können wir es ja noch einmal versuchen …“ Hilft keinem von beiden. Und daher meine etwas harschen Worte, die ich – noch immer schlaftrunken – dann auch abschickte. Und ich war der festen Überzeugung gewesen, ich hätte einfach die Antwortfunktion benutzt … Aber es war mitten in der Nacht, und ich hatte zwischendrin noch andere Nachrichten gelesen, war dann unentschlossen, ob ich überhaupt antworten solle, hatte hin und her geklickt …

Und so kam es, dass ein flüchtiger Bekannter dann die „Sauf nicht so viel!“-SMS bekam. Der Bekannte war erschütternd etepetete, trank keinen Alkohol, und bis heute frage ich mich, wieso ich ihn überhaupt unter meinen Kontakten hatte. Die Reaktion war dann entsprechend, am nächsten Tag. Ich hatte nachts schon nicht so gut geschlafen, als mir mein Fehler schlagartig bewusst geworden war … Wie soll man auch schlafen mit einem Blutdruck von 200:140? So zumindest fühlte es sich an, als ich sah, was passiert war … 😉

So etwas ist mir auch schon mit Mails passiert – diese verdammte Autofill-Funktion! Plötzlich stellt man fest, dass man ganz private Gedanken dem Finanzamt mitgeteilt hat. Oder – noch schlimmer – einem Arbeitskollegen. Das ist wirklich gruselig, steigert aber eindeutig den Blutdruck.

Zum Glück bietet mein Mailprovider inzwischen die Möglichkeit einer Art des Countdowns, auf dass die Mail nicht umgehend versendet werde, sondern man noch drei Sekunden lang die Möglichkeit habe, sich zu besinnen und den Sendevorgang abzubrechen, wenn man sieht, der Empfänger ist eindeutig falsch. Gesunde Gesichtsfarbe, ein kräftig schlagendes Herz und der Ausbruch kalten Schweißes sind die Folge, aber alles besser als zu niedriger Blutdruck. 😉

Heute habe ich versehentlich eine WhatsApp-Nachricht an den falschen Empfänger losgeschickt. Aaah! Ich hätte ja gerne mein Gesicht gesehen, als ich feststellte, was passiert war. Ich glaube, ich starrte auf mein Handy, als hätte ich völlig unbeabsichtigt eine Atombombe über bewohntem Gebiet abgeworfen! Nein! Wie konnte das passieren?!?

Dann sah ich ein kleines Uhrsymbol neben meiner frevelhaft falsch versendeten Botschaft. Und mir fiel ein: „Solange die Uhr zu sehen ist, kann man die Nachricht noch quasi zurückholen!“ Nur: Wie? Ich hackte hektisch die Frage: „WhatsApp-Nachricht zurückholen“ in mein Laptop, an dem ich saß, und recht langsam – ich hatte heute mal wieder viel „Spaß“ mit meiner Internetverbindung – warf die Suchmaschine mir Lösungsmöglichkeiten aus, deren Tenor war: „Schalten Sie an Ihrem Smartphone den Flugmodus ein, rufen Sie die Nachricht auf, und halten Sie sie so lange gedrückt, bis das Papierkorb-Symbol auftaucht! Aber Sie müssen sehr schnell sein, denn solange die Uhr neben Ihrer Nachricht steht, ist die Nachricht noch nicht versendet! Sobald ein graues Häkchen auftaucht, ist sie versendet.“

O Gott! Es eilte! Ich starrte mein Handy an, dann hetzte ich auf Einstellungen. Flugmodus – wo war der verdammte Flugmodus? Mit fliegendem rechten Zeigefinger scrollte ich wild herum. Da! Offlinemodus stand da, daneben ein kleines Flugzeug! Sofort angeklickt, eilte ich umgehend zu WhatsApp zurück – war die Uhr noch da?!? Ja, zum Glück sah ich die kleine Uhr noch und hielt die Nachricht gedrückt, als würde ich dafür bezahlt … Irgendwann tauchte oben das Papierkorb-Symbol auf, das ich sogleich anklickte. Und schon war die Nachricht Geschichte und ungeschehen … Gewissermaßen.

Meine Gesichtsfarbe dürfte bis ins Violette tendiert haben – auch nicht gerade gesund -, mein Herz raste, und von einer Ohnmacht war ich wohl weit entfernt. Obwohl ich mich zwischenzeitlich bereits ohnmächtig gefühlt hatte … 😉 Genauer gesagt: Wäre in dem Moment das 16 tons weight von Monty Python auf mich gestürzt, hätte ich möglicherweise gar nichts dagegen gehabt. 😉

Falls ihr unter zu niedrigem Blutdruck leidet, und das dauerhaft: Geht zum Arzt – möglicherweise solltet ihr Medikamente nehmen. Falls nicht dauerhaft, können euch meine Tipps sicherlich weiterhelfen. 😉

Aber nur dann. 😉

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