Name folgt Funktion? Über Anti-Rutsch-Socken …

Letzte Woche hatte ich einen richtigen „Lauf“, und eigentlich begann dieser bereits am frühen Donnerstagabend der Woche davor: Schon bei der Arbeit fühlte ich mich kurz vor Aufbruch gen Heimat nicht so wohl. Ich fuhr daher ganz anders als sonst heim – sehr verhalten. Zu Hause machte ich mir einen Tee und setzte mich an meinen PC. Nur nicht schwächeln. Es würde sicherlich wieder weggehen.

Aber als ich am Freitag erwachte, fühlte ich mich, als wäre ich gegen den Vier-Uhr-Bus gelaufen. Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Fieber, wie sich herausstellte. Super! Ich schleppte mich aus dem Bett und schickte eine Mail an unsere Personalabteilung, um mich krankzumelden. Janine schickte ich eine Nachricht über WhatsApp – die würde sich freuen. 😉 Dann schleppte ich mich zurück ins Bett und verschlief große Teile des Tages.

Am Wochenende, so hoffte ich, würde ich mich schon auskurieren. Aber irgendwie wollte es damit nicht so hinhauen, und den Samstag verbrachte ich großenteils auf der Couch, in eine Fleecedecke gewickelt. Der Sonntag war nicht viel besser, zunächst, erst am Abend und nach einem Bad ging es zumindest etwas bergauf, wie es schien. Danach saß ich am PC, erneut in meine Fleecedecke gewickelt, weil ich schon wieder zu frösteln begann.

Irgendwann musste ich dringend ins Bad, wickelte mich aus und stand auf. Dummerweise knickte ich mit dem linken Fuß um, konnte mich gerade abfangen, als ich obendrein auch noch ausrutschte – dabei trug ich Anti-Rutsch-Socken. Ich hasse Hausschuhe und laufe in der warmen Jahreszeit zu Hause fast immer barfuß, in der kalten eben mit diesen wahnsinnig praktischen Socken herum.

Und schon krachte ich mit Schmackes auf den Boden, landete mit der linken Seite auf einer Mehrfachsteckdose – perfekt! Und dann stürzte auch noch meine Zimmerpalme auf mich … Mich wundert noch jetzt, dass nach diesem gigantischen Knall keiner der Nachbarn gegen die Decke klopfte oder auf den Fußboden stampfte.

Mühsam befreite ich mich von der störrischen Palme, richtete erst sie, dann mich wieder auf. Da ging es noch recht geschmeidig …

Aber am nächsten Tag musste ich feststellen, dass ich nicht nur immer noch krank war, sondern obendrein, dass ich nur sehr mühsam aufstehen konnte. 😉 Denn als ich mich aufsetzen wollte, sank ich mit einem Jammerlaut sofort wieder in die Waagerechte. Was war denn, bitte, das? Meine linke Seite tat derart weh, dass ich nicht wusste, ob ich lachen oder heulen sollte. Mir war nach beidem.

Es dauerte einige Minuten und immense Selbstüberwindung, bis ich aufgestanden war. Vor dem Spiegel betrachtete ich meinen linken Rippenbogen. Zu sehen war … nichts. Dafür hatte ich auf der linken Seite des Teils, auf dem ich zu sitzen pflege, ein ganz charmantes Hämatom, das in seiner Form an Australien erinnerte. (Es war nicht ganz so schön wie das, was ich als Jugendliche mal mehrere Wochen gut sichtbar auf meinem Oberschenkel gehabt hatte: ein Hufeisen. Damals ritt ich noch, und beim Aufsitzen hatte der stets etwas mürrische Fürst – natürlich ein Schimmel, zu denen ich seit damals aufgrund diverser fragwürdiger Erfahrungen ein etwas gespaltenes Verhältnis habe – mir deutlich zu verstehen gegeben, dass er überhaupt keine Lust hatte, in der Halle herumzuschreiten, zu traben und zu galoppieren, indem er mir schneller, als man „Hallo!“ sagen kann, seinen linken Vorderhuf auf den Oberschenkel knallte. Er schlug bisweilen ganz gern, wenn ihm etwas nicht passte, und so hatte ich dann einen gigantischen blauen Fleck, den nicht jeder hatte. Beim Sportunterricht fragte man dann auch gleich in der Umkleide: „Wer war das denn?“ – „Wonach sieht es denn aus?“ gab ich nur kurz zurück, und meine Mitschülerinnen lachten und bewunderten die Präzision und Details des Hufeisens. Von ihnen ritt keine, und sie waren wohl noch nie von einem schlechtgelaunten Pferd getreten worden … Schon gar nicht von einem solch großen – Fürst, der stets Missgelaunte, war ein Westfalenwallach mit 176 cm Widerristhöhe, und entsprechend groß waren seine Hufe …)

Da ich ohnehin zum Arzt musste, um mir für den Montag eine Krankschreibung und Medikamente verabreichen zu lassen, beschloss ich, ihn auch noch hinsichtlich meiner Rippen zu konsultieren. Er sah sich auch dies Malheur an, tastete herum und meinte: „Man sieht zwar nicht viel, aber die Schmerzen, die Sie beschreiben, klingen nach einer Rippenprellung. Geknackt hat nichts, als Sie gestürzt sind?“ – „Nein.“ – „Sonst würde ich Sie zum Röntgen schicken. Aber mit Fieber sollten Sie ohnehin lieber zu Hause bleiben.“ Er riet mir, die Stelle einzureiben – ob ich da etwas zu Hause hätte. Ich nickte, er drückte mir eine Krankschreibung für – zunächst, wie er sagte – drei Tage in die Hand, wünschte mir gute Besserung und verabschiedete mich dann.

Rippenprellung, na toll. Auch ich fühlte mich ziemlich geprellt, und dies bezüglich dessen, was diese tollen Homesocks versprechen, mit denen man ja gerade nicht rutschen soll … Zumindest geben sie das vor.

Ich ging nach Hause, behandelte meine geprellten Rippen, nahm die anderen Medikamente und fühlte mich kränker denn je. 😉 Und jedes Mal, wenn ich mich erheben wollte, diese fiesen Schmerzen.

Übrigens sind diese sehr anhänglich, denn noch jetzt habe ich Freude daran. Aber der Arzt hatte ja gesagt, das könne durchaus drei, vier Wochen dauern … (Das Hämatom an der anderen Stelle hingegen ist schon fast Geschichte.) Danke auch! Aufstehen – aua. Niesen oder Husten? Besser nicht. Und das Allerschlimmste: Nicht einmal lachen kann ich schmerzfrei … Und ich lache viel und gern. 🙁

Anti-Rutsch-Socken sind wirklich eine hervorragende Erfindung – ich hoffe, man hat sie sich patentieren lassen. 😉 Ich liebe ja alles, was funktioniert und seinem Namen alle Ehre macht …

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.