Happy birthday! :-)

Es war mal wieder so typisch, als ich heute anrief, um zu fragen, ob ich denn morgen vorbeikommen solle. Ich wollte Kuchen mitbringen. Aber da gerade Bauarbeiten in meinem Elternhaus stattfinden und Muttern meinte, sie wäre froh, wenn all das hinter ihr liege, ohne dass sie am Rad drehe (jeder, der schon einmal in einem bewohnten Haus oder einer bewohnten Wohnung Renovierungsarbeiten über sich ergehen lassen musste, weiß, was gemeint ist …), war ich etwas unsicher. Vielleicht wäre es ja besser, ich würde am Wochenende hinfahren. Und genau diese Frage stellte ich meiner Mutter.

Ihre Antwort war ambivalent: „Nun ja, am Wochenende ist hier nichts!“ Kürzlich schrieb ich über weibliche Kommunikationsgewohnheiten, mit denen ich mich sehr gut auskenne. Stets darauf ausgerichtet, dem Adressaten zumindest eine Grundintelligenz zuzuweisen, da es einer gewissen Interpretationsgabe bedarf, zu verstehen, was eigentlich dahintersteckt. Doch was wollte Mama mir jetzt speziell mitteilen? Dass sie es begrüße, würde ich morgen vorbeikommen – ungeachtet der Bauarbeiten? Oder dass am Wochenende keine Handwerker da seien und der Zeitpunkt vielleicht besser geeignet sei, in Ruhe ein Käffchen trinken zu können?

Ich fragte lieber nach, hatte jedoch eine Vermutung. Und diese erwies sich als richtig. Muttern wollte damit sagen, dass sie morgen, keineswegs am Wochenende, Geburtstag habe. Handwerker hin oder her. Ich klopfte mir auf die Schulter – aua, blöder Tennisellbogen! -, ich hatte es völlig richtig interpretiert. 😉 Genaugenommen hatte sie gesagt: „Wenn du vorbeikommst, dann morgen! Ansonsten lass es bleiben!“ Nicht wörtlich, aber sinngemäß.

Gut, dass ich das Ganze schon so geplant hatte.

Wir telefonierten länger, als ich geplant hatte, da ich noch einen Gewaltmarsch machen und einkaufen wollte. Aber es war ein sehr schönes Telefonat, das mir einmal mehr bewies, dass Mama und ich einander verstehen. Irgendwie. Wir haben uns nämlich öfter „anne Köppe“. 😉 Wahrscheinlich sind wir mentalitätsmäßig einfach zu ähnlich, wenn auch das Ausleben dieser Eigenschaften ganz unterschiedlich aussehen mag.

Während des Telefonats wurde mir meine bisweilen eigene Art vor Augen geführt. Manchmal drastisch, aber auch sehr verständnisvoll. Liebevoll, wenn auch bisweilen ziemlich energisch. Auf alle Fälle nachdenklich und stets im guten Sinne. Gut, wenn man das einmal begriffen hat. 🙂 Noch besser, wenn man es ab und an erneut vor Augen geführt bekommt.

Wie auch immer – ich habe heute meinen figurtechnisch notwendigen Gewaltmarsch hinter mich gebracht und zuvor ein sehr schönes Telefonat geführt. Und morgen fahre ich zum Kaffeetrinken und Abendessen nach D.

Mama, wir sind beide nicht immer einfach. Aber im Grunde einfach zu verstehen. Wenn man denn will und sich traut, hinter die Fassaden zu blicken. Dir einen wunderschönen Geburtstag, und es ist gut, dass es dich gibt. 🙂

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