Immer dieselben Fehler …

Kennt ihr das auch? Wider besseres Wissen macht ihr doch einige Fehler wieder und wieder? Bitte sagt ja! 😉

Es sind im Grunde oft nur Bagatellen. Die größeren oder großen Fehler tun oft sehr weh, und dann lässt man automatisch die Finger davon. „Gebranntes Kind scheut das Feuer“ heißt es, und da ist durchaus so einiges dran.

Nein, hier sind eher die kleinen Fehlleistungen gemeint, die auch unangenehm sein können, aber offenbar nicht unangenehm genug, sie doch einfach zu unterlassen. Man sagt sich zwar: „Das mache ich nicht nochmal.“ Oder: „Das ist nicht vernünftig.“ Und dann befragt man doch wieder andere Menschen nach ihrer Erfahrung, was man im Sinne von: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ oder: „Ich gehe da ganz unvoreingenommen hin und bilde mir mein eigenes Urteil“ ja eigentlich künftig vermeiden wollte.

Morgen steht ein Arzttermin an, vor dem mir nicht ganz so wohl ist. Es geht um ein bildgebendes Verfahren, wie das so hübsch technisch heißt. Untersucht wird vor allem der linke Part eines paarig auftretenden Körperteils der oberen Körperhälfte, und die Untersuchung ist eine Erstuntersuchung.

Die Meinungen gehen da stark auseinander. Einige Frauen – denn ich hatte naturgemäß nur Frauen befragt – meinten: „Ach, da wird gern übertrieben. Das ist gar nicht so schlimm.“ Andere meinten: „O Gott – du Ärmste! Besser, du nimmst dir den Tag frei! Das ist echt schmerzhaft!“

In der letzten Zeit überwogen die „Alles nicht so schlimm“-Aussagen. Doch statt mich einfach damit zu bescheiden, kam ich heute mit Kollegin Sybille ins Gespräch. Ich mag Kollegin Sybille, aber das heute hätte ich mir besser geklemmt. (Obwohl ich in dem Kontext den Begriff „klemmen“ auch besser vermeiden sollte, wie ich gerade feststelle. Wegen der Assoziationen hinsichtlich der morgigen Untersuchung. 😉 )

Denn sie meinte: „O Gott! Da gehe ich ja nicht mehr hin, seitdem ich beim letzten Mal fast kollabiert wäre! Das tut richtig bescheiden weh, und die Minuten werden zu Stunden! Großer Gott, ging es mir beim letzten Mal schlecht – das war ganz schlimm!“

Super! Mir wurde da schon ganz flau, und ich wäre aufgrund der plastisch-drastischen Schilderung bereits dort, wo wir standen, am Kopierer, beinahe kollabiert … (Ich vermute, es lag am schwülen Wetter und der Wärme, die das Gerät abstrahlte. Aber ganz sicher bin ich mir nicht …)

Sybille fuhr aber auch schon fort: „Je dichter das Gewebe, desto mehr müssen die drücken und quetschen – und das tut einfach nur grauenhaft weh!“ Hervorragend! Hatte mein behandelnder Arzt mir nicht immer wieder erklärt, ich hätte da besonders dichtes Gewebe? Und je mehr Sybille erzählte, desto mehr schien sich das Gewebe dort zu verdichten! Es schien förmlich zusammenzuschnurren, sich zu einem Klumpen zu vereinigen, der soeben betonartig komplett aushärtete, und ich spürte ein Gefühl der Enge in meinem Brustkorb …

Ich mag Sybille, „pries“ aber in dem Moment mal wieder meine Inkonsequenz. Warum nur hatte ich ihr das erzählen müssen? Warum?

Weiß man es denn nicht besser? Lieber immer hingehen und ganz eigene Erfahrungen sammeln, egal, worum es sich handelt! Weiß ich auch, handle leider nicht immer danach.

Und da tönte auch schon Sybilles Stimme an meine Ohren: „Ali, wenn du mich fragst, solltest du da nicht hingehen! Das schadet mehr, als es nutzt. Das ist eine ganz blöde Vorsorgeuntersuchung!“ Da meinte ich: „Es ist keine Vorsorge. Es gibt Gründe, weswegen ich dahin muss. Es ist sicher nichts Schlimmes, aber ich wurde von meinem Arzt überwiesen.“

Und da sah sie mich ganz betroffen an, riss sich zusammen und meinte fröhlich: „Das ist alles gar nicht so schlimm!“ Klasse! Ich fand das echt überzeugend jetzt. 😉

Ich gehe da morgen jetzt ganz (un-)aufgeregt hin. Muss man alles mal mitgemacht haben. Und ich weiß, alles wird gut.

Und ich weiß, nie wieder werde ich abtrünnig werden. Abtrünnig hinsichtlich meiner total guten Vorsätze, nie, niemals wieder dieselben Fehler zu machen. 😉

Am besten, ihr nehmt euch das auch vor. Egal, worum es geht. 😉 Und ich weiß: Beim nächsten unangenehmen Ereignis jedweder Art werde ich da völlig standhaft bleiben.

So standhaft wie Wackelpudding. 😉

Nachtrag: Coolpacks helfen gegen Schmerzen. Muss ich mir merken. Ich muss nämlich wahrscheinlich in nicht allzu ferner Zukunft wieder hin. Kollabiert bin ich allerdings nicht. War durchaus auszuhalten. Schön ist allerdings anders. Aber „schön“ war auch nicht versprochen worden.

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