Scotty in Gefahr!

Bevor ich auf das eigentliche Thema komme, muss ich Abbitte leisten: Sorry an Ronaldo für meinen fiesen Beitrag kürzlich. Heute war es anders. Was für ein Spiel gegen Ungarn! Völlig falsch hatte ich getippt. Aber das war mir egal – ich freute mich über ein endlich mal schönes Spiel! 🙂 Okay, Ronaldo finde ich noch immer unsympathisch und arrogant – aber das Spiel hat mir gefallen. Endlich mal was los auf dem Rasen! 🙂 Ich gestehe, für die Ungarn freute es mich mehr … Ich kann nicht anders. 😉

Doch nun zum eigentlichen Thema.

Mein Auto, ein Toyota Auris, macht mir in den letzten Wochen nicht unbedingt viel Freude. Ich habe es jetzt seit drei Monaten, und ich mag es sehr. Es sieht nett aus, ist nicht zu klein, aber auch nicht zu groß, sondern wie für mich geschaffen. Es ist übersichtlich und einfach sympathisch. Finde ich. Und sogar mit seiner Farbe – Medium Silver Metallic – habe ich mich abgefunden. Sie ist recht unempfindlich, man sieht Schmutz nicht sofort – sie ist eine dankbare Farbe. Nie wieder werde ich – anders als in puncto Ronaldo – etwas Fieses über silberfarbene Autos sagen! Zumindest dann nicht, wenn als Gebrauchtwagen erworben und der Käufer die Farbe nicht aktiv aussuchen konnte. Denn – und dazu stehe ich! – könnte ich mir einen Neuwagen leisten, wäre der gewiss nicht silberfarben! 😉 Metallic ja, aber nicht unbedingt silbern.

Alles am kleinen Scotty passt zu mir. Alles. Bis auf das verdammte Getriebe, und das – ihr werdet mir Recht geben – ist zusammen mit dem Motor die Seele eines Autos.

Ich wollte einen Automatikwagen. Ich kann ohne Probleme mit einem Schaltgetriebe fahren, bin das in meiner Autofahrer-Historie auch meist. Aber ich mag es nicht sonderlich, zumal ich meist innerstädtisch fahre. Mich nervt bei Stop and Go das ewige Geschalte, und nachdem ich heute wieder in einem Feierabendverkehr-Stau stand, dachte ich mir: „Alles ist besser als ein Schaltgetriebe! Fast alles …“ Nun, die Meinungen gehen da auseinander – ich weiß das. Auch Schaltwagen haben ihre Vorteile. Nimmt man den Fuß vom Gas, verzögern sie umgehend – ich muss immer bremsen, und das schon recht frühzeitig, damit das Getriebe auch rechtzeitig reagiere.

Das Problem ist nur, dass ich keine echte Automatik habe. Keine Wandlerautomatik, geschweige denn, ein moderneres Automatikgetriebe. Scotty verfügt über ein MMT-Getriebe, ein automatisiertes Schaltgetriebe, und damit stets gelassen unterwegs zu sein, bedarf einer gewissen Kaltblütigkeit.

Nach drei Monaten mit meinem Auto dachte ich, ich hätte mir diese inzwischen angeeignet. Ich muss das differenzieren: Ich fahre inzwischen so begeistert, dass ich mir kaum erklären kann, wie ich je ohne Auto auskommen konnte. Wann immer ich das Auto stehenlassen muss, versetzt es mir einen kleinen Stich, und jeden Morgen, wenn ich zur Arbeit fahren muss, freue ich mich, dass ich endlich wieder fahren darf. 😉 Hätte man mir dies vor einem, sogar noch Dreiviertel- oder halbem Jahr erklärt, hätte ich wahrscheinlich schallend gelacht, mir an die Stirn getippt und denjenigen, der das gesagt hätte, für komplett wahnsinnig erklärt. Bis vor einem halben Jahr war ich die perfekte Beifahrerin. Nur dabei, statt mittendrin.

Inzwischen ärgere ich mich über Wahnsinnige hinter dem Steuer, die im dicksten Stadtverkehr wiederholte und hochfrequente Spurwechsel vornehmen, als seien sie auf der Flucht oder als werde eine neue Staffel von „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“ gedreht, eine Serie, die ich seit ihrem Beginn nicht so richtig toll … Aber lassen wir das. Sorry, sollte ich jemandem auf die Füße getreten sein. Wir haben hier ja zum Glück Meinungsfreiheit. 😉

In den letzten vier Wochen hat der kleine Toyota mir Sorgen bereitet. Sein Fake-Automatikgetriebe ist schuld. Denn ich fuhr vor etwa drei oder vier Wochen – erleichtert, dass endlich Feierabend war – von der Arbeit nach Hause. Da in meiner Stadt diverse Baustellen bestehen, musste ich am Nordring wiederholt bremsen, kurzfristig wieder Gas geben, erneut bremsen – einige Leute vor mir hatten wohl vergessen, wo das Gaspedal ist. Zumindest kam es einem so vor. Und als ich endlich Gas geben konnte und dies auch – durch des Wagens Eigenheiten schon vorgewarnt – schon extra feinfühlig tat, tat sich gar nichts. Doch! Es tat sich etwas. Der Zeiger des Drehzahlmessers schnellte ungeahnt in den Bereich zwischen 4 und 5, und der Motor heulte dramatisch auf. Dies allerdings, ohne jedwede Beschleunigung und damit Vorwärtsbewegung zu erzeugen. Okay, kannte ich schon – das würde sich gleich geben, würde ich nur den rechten Fuß zunächst vom Gas weglassen. Tat ich. Dann gab ich ganz, ganz vorsichtig Gas – hatte sonst immer geholfen. Hier nicht. Der Motor heulte, und ich tuckerte ohne Aussicht auf Beschleunigung über eine der am stärksten befahrenen Kreuzungen hier in dieser Stadt. Ich muss sagen, selten habe ich einen derartigen Adrenalinschub erlebt! Scotty schwächelte, wusste offenbar nicht, was er denn nach dem ewigen Hin und Her tun solle. Ich kam irgendwie über die Kreuzung, und jenseits dieser berappelte sich mein Wagen bzw. dessen Getriebe wieder. Aber das konnte es doch nicht sein!

Ich beschloss, das Ganze zu beobachten, zumal ein Bekannter von mir, gelernter KfZ-Mechaniker, seine Lehre noch dazu in einer Toyota-Werkstatt gemacht, mir heftig dazu riet, jedoch auch dazu, bei gehäufterem Auftreten dieses spannenden Phänomens meine Vertragswerkstatt aufzusuchen.

Mir steckte der Schreck noch in den Gliedern, aber danach benahm sich der Wagen wochenlang völlig korrekt und anständig. Bis ich letzte Woche zu meinen Eltern nach D. fuhr. Auch da wieder jemand vor mir, der sich nicht entscheiden konnte, ob er anhalten oder doch lieber Gas geben wollte – dauerndes Gasgeben und Bremsen. Mein Vordermann fuhr schließlich rechts heran, und ich rang dann, als ich endlich Gas geben konnte, mit dem Getriebe meines Wagens, der erneut völlig überfragt zu sein schien, was nun zu tun sei. Ich blieb erstaunlich ruhig auf dieser Strecke, da man 70 fahren darf und die meisten Fahrer – inklusive meiner Wenigkeit – das auch wollen. Bis ich in den Rückspiegel sah. Denn auf meiner hinteren Stoßstange hing ein Sattelschlepper! Wahnsinnig groß wirkte seine Front in meinem Innenspiegel, und ich staune noch jetzt, wie ich so ruhig bleiben konnte, als er auch noch aufblendete! Ich glaube, am liebsten hätte er mich einfach von der Straße gekickt! 😉 Ich gestehe, dass ich, hätte mein Wagen sich nicht wie annähernd festgetackert verhalten und wäre er nicht nur geringfügig vorwärts gefahren – eher ersterbend dahingeschlichen – auch am liebsten ausgestiegen wäre und dasselbe mit ihm getan hätte!

Aber da berappelte er sich wieder, und ich konnte dann wieder zügig weiterfahren.

Inzwischen aber haben sich massive Zweifel aufgetan. Ich mag den Wagen an sich sehr, aber ich kann mich auf das Getriebe offenbar nicht verlassen, noch dazu, da der Meister der benachbarten Toyota-Werkstatt zugab, dass das, was ich da nun schon zweifach mitgemacht habe, bei Fahrzeugen mit diesem Getriebe oft vorkomme und man nichts dagegen tun könne. Auf die Autobahn würde ich damit nicht fahren. Ich befürchte, ich werde mich beim Verkäufer beschweren müssen, der vieles im Dunkeln ließ, was, so der Meister der Toyota-Werkstatt hier vor Ort, meist erst nach einigen Wochen aufträte. Super!

Ich weiß nun nicht, was in der nächsten Zeit passieren wird. Ich mag mich eigentlich im schlimmsten Falle auch nicht von Scotty trennen, aber diese Eigenheiten, die er an den Tag legt, sind nicht sonderlich vertrauenerweckend.

Ich bin gespannt, was der Verkäufer sagt. Sicherlich nichts Gutes. Möglich aber auch, dass ich demnächst ein anderes Auto haben werde. Wahrscheinlich dann wohl einen Schaltwagen … Die sind leichter und günstiger zu bekommen. Schade …

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