Endlich mal wieder eine Tipprunde! ;-)

Die EM naht, und ich bin schon ganz aufgeregt! Man sieht es mir von außen nicht an, aber ich mag Fußball. Offenbar ein Erbe von meiner Mutter, gewiss nicht meinem Vater, der Fußball so wenig leiden kann, dass er meist abfällig darüber spricht. Stephanie, meine Schwester, kann diesem Sport auch nicht viel abgewinnen. Meine Mutter und ich sind es, die seit meinen Kleinkindzeiten immer vor dem Fernseher saßen, wenn „so richtig wichtige“ Spiele anstanden. Bundesligaspiele verfolgte Mama immer aus dem Augenwinkel, und sie war erstaunlich gut informiert, wenn sie auch nicht an den jeweiligen Spieltagen gebannt die Spiele verfolgte. Aber sie hatte ein Auge darauf. Bei EM oder WM aber gab es – meine Eltern haben nur einen Fernseher – keine Frage, was angesehen werden würde. „Tatort“? Nee. Der „Tatort“ war im jeweiligen Stadion, und ich saß hoffend, bangend und/oder jubelnd mit Muttern vor dem Fernseher, während Papa und Stephanie nur die Köpfe schüttelten und sich dann ebenso kopfschüttelnd anderen Tätigkeiten widmeten.

Als ich vor einigen Tagen meine Mutter auf die EM ansprach und fragte, ob sie denn da auch mitfiebern würde, meinte sie nur: „Ja, klar. Aber es ist ja alles ein bisschen überschattet. Wollen wir hoffen, dass nichts passiere!“ Muss man ja leider inzwischen irgendwie einkalkulieren, aber versteht mich, bitte, nicht falsch! Ich hoffe auf eine friedliche EM.

Heute ereilte mich eine Mail an meinem Arbeitsplatz. Sie kam vom Kollegen Alexander, der eingefleischter MSV-Fan ist, Fan des Zebra-Clubs, dem ich nicht allzu viel abgewinnen kann – ich berichtete bereits. Alexander ist ein netter Kollege, und ihm kann ich nicht einmal die Zebra-Zugehörigkeit übelnehmen, obwohl ich kürzlich im Relegations-Hinspiel heftig Würzburg die Daumen drückte, da ich persönlich den Zebra-Verein nicht mag. (Man möge raten, wem ich im Rückspiel die Daumen drücke … 😉 ) Aber Alexander kann ich sein MSV-Fantum nicht übelnehmen – zu nett ist er, zu fair, denn er drückt auch anderen die Daumen, hofft aber immer irgendwie. Und so habe ich mich über den Würzburg-Sieg gefreut, aber simultan tat es mir für Alexander leid. Aber warten wir das Rückspiel ab …

Wie auch immer: Alexander ist Fußballfan. Und so schickte er heute eine Mail an Interessierte, am „EM-Tippspiel“ teilzunehmen. Auch an mich. Auch an Janine, die mit Fußball gar nichts am Kopp hat, die ich aber heute zumindest schon überredet habe, mitzumachen, denn ich mache natürlich mit. 😉 Meinen Einsatz in Gestalt eines „tientje“, zehn Euro, habe ich auch schon geleistet. Über meinen „Tippnamen“ war Alexander gar nicht begeistert, denn ich hatte mich „Ali0408“ genannt, und so änderte ich den Namen in meinen echten Namen ab … 😉

Anno 2008 hatte ich das erste Mal am „Bundesliga-Tippspiel“ teilgenommen, das – unter Regie Alexanders – bei meinem Arbeitgeber stattgefunden hatte. Es hatte mir einen Riesenspaß gemacht. Mitmachen war alles – an Gewinnen dachte ich gar nicht. Aber zwischendurch startete ich immer wieder durch, und so lag ich nie am Ende, sondern manchmal eher ziemlich weit vorn. So weit vorn, dass sich die eingefleischten Fußballkenner, allesamt männlichen Geschlechts, sich mehr als einmal ärgerten, dass da so ein doofer Newcomer, noch dazu eine Frau, so weit vorne lag. Einer der mittippenden Kollegen nannte mich daraufhin stets nur „Hoffenheim“, gemäß dem Verein, der damals auch senkrechtstarterähnlich und gänzlich unerwartet ziemlich weit vorne in der BuLi-Tabelle lag (breiten wir heute den Mantel des Schweigens darüber … 😉 ). Ich mochte diesen Spitznamen nicht, da ich den Verein nicht sonderlich mochte. Es gibt einige Vereine, die ich lieber mag. Nein, nicht den BVB, auch nicht die Bayern. Andererseits passte der Name angesichts meiner Tippergebnisse, allesamt mehr durch Intuition, denn Sachkenntnis geprägt, ergo mit mehr Glück als Sachverstand erzielt, besser zu mir als jeder andere.

Irgendwann dann rutschte ich gnadenlos ab. Keiner glaubte mehr, dass ich mich davon noch einmal erholen könne. Überrundet von Kollegen und Kolleginnen, die noch weniger Ahnung von Fußball haben als ich … Schmach und Schande! 😉

Das Wunder geschah dann in den letzten Spieltagen. Da erholte ich mich auf wundersame Weise, tippte wie eine junge Göttin, und das – ich muss es zugeben – durchaus nicht völlig ohne Sinn und Verstand, sondern mit einem gewissen Kalkül. Und als dann die Saison nebst Relegationsspielen beendet war, fand die BuLi-Siegerfeier statt. Gewinner: drei Frauen. Ich hatte es zwar nicht mehr auf Platz 1 geschafft, stand auf dem Treppchen aber immerhin auf Platz 2. 😉 Zusammen mit den Kolleginnen Sabrina und Annette. Einfach nur schön! 🙂 Und wie sich die mittippenden Männer geärgert haben! 😉 Die hatten immer genölt, dass Frauen ja eh keine Ahnung hätten und dass Fußball ein absolut verstandesmäßiges Ding sei – da könnten Frauen eh nicht mithalten. Nun ja … 😉

Es freut mich jedenfalls, dass ich nun wieder mitmache. Egal, wie es ausgeht. Ich muss nur morgen Janine noch ein wenig „bearbeiten“. Die war noch nicht ganz überzeugt, heute. Sie versteht auch nicht so ganz, wie man begeistert Fußball verfolgen kann. Da muss ich wohl noch ein bisschen nachlegen. 😉 Aber es macht einfach mehr Spaß, wenn der ganze Flur mittippt. 😉

Drückt mir die Daumen! 😉

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