Enfin, j’ai pris mes vacances …

Endlich Urlaub! Zwar nur eine Woche, aber endlich ist es soweit, und dies nach über einem halben Jahr voller Überraschungen! 😉

Ich liebe ja Überraschungen. Zumindest dann, wenn sie positiv sind. Im letzten Dreivierteljahr hatte ich so einige Überraschungen zu bewältigen – einige davon auch positiv. Richtig negativ aber gleich zwei größere, und ich denke, der Urlaub ist wirklich vonnöten, denn in den letzten Wochen ertappte ich mich selber dabei, dass ich bisweilen ein etwas hysterisches, auf alle Fälle irre anmutendes Lachen von mir gab, wenn mir Kollegen erzählten, sie kämen gerade aus dem Urlaub zurück oder würden diesen soeben antreten. Oder ein Termin, lange geplant, kam nicht zustande, weil mal wieder die Person, die schon zuvor fast jeden Termin torpediert hat, erneut in Aktion trat. Meine Kollegin machte sich schon Sorgen, und sie meinte: „Ich glaube, neben uns könnte eine Bombe explodieren – du würdest nur fatalistisch lachen und sagen: ‚Siehste! Habe ich doch schon immer gesagt.‘“ Ich bezweifle zwar, dass ich während oder nach der Explosion einer Bombe direkt neben uns noch irgendetwas würde äußern können, aber vom Prinzip her hat sie Recht, zumal sie neulich empört bemerkte, ich wolle wohl immer das letzte Wort haben. Ja, natürlich – wer will das nicht? 😉

Inzwischen aber bin ich so mit meinem Arbeitsplatz verwachsen, seit ich sowohl eine neue Kollegin, als auch einen neuen Chef habe, dass mir der Gedanke, Urlaub zu haben, schon völlig fremd geworden ist. Beunruhigend, so etwas, zumindest bei mir. Denn zwar arbeite ich gern, habe aber auch dann gern mal frei.

Heute war mein letzter Arbeitstag vor dem exorbitanten Urlaub. Fast überkam mich etwas wie Wehmut, als ich endlich die Ablage, die so lange vor sich hin geschmort hatte und dabei stets gewachsen war, zumindest schon einmal vorsortierte und in sorgfältig beschriftete Mappen ordnete, damit meine Kollegin im Bedarfsfalle auch relativ schnell fündig werden würde. Immerhin steckte mein Eifer an, und auch die Kollegin ging ihre fast noch größere Ablage durch – einiges stammte noch von ihrem Vorgänger, dem Kollegen Birger – und rief ein ums andere Mal nur entsetzt: „Was hat der denn alles aufbewahrt? Um Himmels willen!“ Ich grinste mir eins, ich wusste um das Problem. Wir haben immerhin noch einen ganzen Schrank mit Ordnern, die allesamt auf dem Rücken Etiketten mit der Aufschrift „Schriftverkehr Januar bis März 2011“, „Schriftverkehr April bis Juni 2011“ und so fortlaufend bis den Dezember 2014 tragen. Chronologisch geordnet, keineswegs thematisch, nicht einmal als Unter-Ordnung. Wir haben schon öfter überlegt, den Schrank einfach im Ganzen und nebst Inhalt zu entsorgen – natürlich nur im Scherz. Keiner traute sich bisher an diese Ordner heran – es sind bei uns die „Ordner des Grauens“, eine Art Horrorkabinett, denn sie sind aufgrund ihrer „Ordnung“ so nutzlos wie ein Kropf, da man nichts darin findet – zumindest nicht auf die Schnelle und mit einem Handgriff. Fazit: Jessica hatte fast mehr zu tun als ich mit meiner vernachlässigten Ablage.

Das meistgehörte Geräusch an diesem Nachmittag war das Reißen von Papier …

Am Montag geht es los – gen Frankreich. Da bin ich seit 2011 nicht mehr gewesen, und ich bin gespannt, wie es sprachlich so läuft. Ich konnte mal ziemlich fließend Französisch sprechen. Aber das ist lange her. Aber ich war damals wirklich gedrillt, denn ich hatte einen Französisch-LK bei einem französischen Lehrer, der dafür verantwortlich ist, dass Frankreich niemals mein bevorzugtes Urlaubsland wurde. 😉 Er war einfach zu patriotisch, und als wir die Ära um den Zweiten Weltkrieg durchnahmen, behauptete er steif und fest: „Toute la France était dans la Résistance.“ Ich erwähnte damals trotz des schönen Reimes „les collaborateurs“, aber auf dem Ohr schien er taub. Er erweckte eher den Eindruck, dass sogar sämtliche Nachgeborenen bis heute ganz selbstverständlich in der Résistance seien. Zur Strafe fragte ich ihn, er stammte aus Lille, ob er wirklich Nordfranzose und nicht eher Südbelgier sei, was er stets zähneknirschend und gequält zur Kenntnis nahm und mich eine „fille très méchante“ nannte. Und aus alldem hat sich dann entwickelt, dass ich Frankreich nie als Urlaubsland Nr. 1 sah. Das wird sich sicherlich bald ändern. Immerhin geht es in die Normandie und die Bretagne, nicht, wie zuvor, in den Süden oder nach Paris nebst Umgebung oder ins Elsass, wo ich überdies von einem kleinen Hund gebissen wurde, der zunächst freundlich war, dann aber angriff – und zwar mich! -, als mein liebreizender Ex ihn ignorierte und meinte: „Ich kann Hunde nicht leiden!“ Wer wurde gebissen? Ich! Ausgerechnet! Und das kurz hinter dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte! Offenbar war dem Hund dies nicht bewusst … Warum ich für eine Aussage und negative Behandlung durch meinen Ex bestraft wurde, wird sicherlich auch auf ewig das Geheimnis dieses Hundes bleiben … 😉

Diesmal sind hoffentlich keine rachsüchtigen Hunde im Spiel. Nur ein Fahrrad, das in Frankreich dazu dienen soll, kleinere Strecken zu bewältigen. Mein Fahrrad, das meine Schwester mir vor zwei Jahren vererbte und auf dem sie zweifellos offenbar nie gefahren ist. Ich hatte es rundumüberholen lassen, nachdem sie gesagt hatte, dies sei nach der steten Benutzung vielleicht notwendig. Danach hatte es bei mir im Keller gestanden, denn ich muss zugeben: Ich bin nicht einmal bisher damit gefahren. Jedweder gute Vorsatz, zur Arbeit zu fahren, war zunichte, seitdem ich es mühsam über die sehr steile Außen-Kellertreppe in den Fahrradkeller gebracht hatte, was mit Lebensgefahr verbunden war. Mir graute daher vor dem täglichen Prozedere des Hinauf- und – nach Feierabend – Hinabtragens doch sehr. Das Fahrrad ist sperriger und schwerer, als es aussieht. Immerhin ist es gut in Schuss, vor allem, seitdem mein Nachbar sich etwas darum gekümmert hat. Um eines muss ich ihn allerdings noch bitten: Lenker und Sattel sind eindeutig zu hoch für mich, denn als ich heute eine kleine Probefahrt machen wollte, wäre es fast so weit gekommen, dass ich meinen Urlaub im Krankenhaus hätte verbringen können. Und meiner Schwester nehme ich nicht ab, dass sie je damit gefahren ist: Sie ist exakt drei Zentimeter länger als ich, aber Lenker und Sattel scheinen nach meiner Erfahrung gefühlt eher für einen 1,80-m-Menschen eingestellt, was ich schon zuvor befürchtete. Na, warte, Madame! 😉

Aber typisch für mich – alles auf dem letzten Drücker! Morgen muss der Nachbar noch einmal helfend tätig werden. 😉 Und als Nächstes beschaffe ich einen Sechskantschlüssel, denn hätte ich einen solchen, wären Sattel und Lenker längst auf mein niedriges Niveau gebracht, und das von mir höchstselbst. 😉

Hoffen wir, dass ich den Urlaub unbeschadet überstehe! 😉 Und beim nächsten Mal bereite ich mich viel besser vor – versprochen! 😉

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